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Im deutschen Reich · 1908-05-01 · Heft 5 (Mai 1908) · p. 283

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 5 (Mai 1908)
Article
Das Borkum-Lied im Herrenhause
Date
1908-05-01
Page
283 (sequence 7)
Language
German
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Das Borkumlied int Herunbause. zubringen, es aber doch für gut gehalten, mich an den damaligen Herrn Minister des Innern zu wenden, um ihm die ganze Sachlage darzulegen und ihn zu ersuchen, dadurch, daß er von sich aus Abhilfe schaffe, mich der Aufgabe zu uberheben, die Sache öffentlich zur Sprache zu bringen. Ich hielt das im Interesse des Staates und des staatlichen Ansehens nicht für erwünscht und hätte es vorgezogen, wenn die Sache unter der Hand beseitigt würde und der Staat sich nicht erst dadurch, daß die öffentliche Meinung angerusen würde, zwingen lasse, Wandel zu schaffen. Der damalige Herr Minister des Innern hat mir auch versprochen, er wolle der Sache näher treten, und er hat, soviel ich weiß, Schritte getan, indem er sich an den Herrn Justizminister gewandt hat. Herr von Bethmann-Hollweg verließ aber seine Stellung, ohne daß ich weiter etwas von dem Erfolge'gehört hätte. Um nun ganz vorsichtig und einwandssrei zu verfahren, habe ich im Dezember vorigen Jahres auch den jetzigen Herrn Minister des Innern auf die Sache aufmerksam gemacht. Uebrigens hatte ich — ich habe das vergessen zu erwähnen — damals mit Herrn von Bethmann-Hollweg auch verabredet, ich wollte ihm einen Bericht über die ganze Frage in einer Eingabe, unterschrieben in meiner Eigenschaft als Herrenhausmitglied, zuschicken. Das habe ich getan in einer Eingabe, die vom Mai vorigen Jahres datiert ist. Eine dl n t w o r L darauf habe ich aber nicht b e k o m ni e n. Ich habe dann also auch dem jetzigenHerrn Minister mündlich von der Sache Mitteilung gemacht und ihn wiederum dringend gebeten, er möge doch Abhilfe schaffen, weil ich das für zuträglicher hielt, als die Sache hier im Herrenhause zur Sprache zu bringen. Zu meinem Bedauern habe ich wieder keine Antwort bekommen, und deshalb sehe ich mich allerdings genötigt, die Frage hier doch vorzubringen. Ich glaube, ich habe dabei so vorsichtig gehandelt, wie man überhaupt nur handeln kann. Mir ist gesagt worden: Ja, findest du denn im Herrenhause dafür auch die nötige Resonanz? Ich habe erklärt: ja, davon bin ich fest überzeugt! Es wäre mir selbstverständlich ein leichtes gewesen, irgend jemand zu veranlassen, diese Sache im Abgeordnetenhaus vorzubringen. Ich habe vorgezogen, das nicht zu tun, weil ich glaube, daß geradeaus Herrenhaus der gegebene Ort ist, solche Fragen in Ruhe und Objektivität zu erörtern; ich wollte sie nicht gewissermaßen zu einer Parteisache

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