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Im deutschen Reich · 1908-05-01 · Heft 5 (Mai 1908) · p. 275

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 5 (Mai 1908)
Article
Die Reichstagsverhandlungen über die Zurücksetzungen der jüdischen Einjährig-Freiwilligen
Date
1908-05-01
Page
275 (sequence 10)
Language
German
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ReichsLagsverhandlungen. 275 dieser Sache %at (sehr richtig! links), zunächst selbstverständlich jede Minderheitskonfession, die ganz in derselben Lage ist, wie diejenige Konfession, von der ich rede, aber auch die Mehrheitskonfession, die sich nicht dem Schein aussetzen darf, als ob sie eine derartige Behandlung etwa dulden wollte." Eine heitere. Ausnahme' fanden die Ausführungen des antisemitischen Abg. Bindewald, der bestritt, daß die Angehörigen des jüdischen Volkes — die Herren Abgeordneten Hermes und Gröber Hütten von Angehörigen der j ü d i s ch e ir K onfe s sion oder Religio n gesprochen, er sage aber des jüdischen Volkes —, in der Armee anders behandelt würden als die Angehörigen des deutschen Volkes. Durchweg befänden sich die jüdischen Familien in Deutschland in einer besseren Stellung als die deutschen Familien; infolge dieser besseren sozialen Stellung würden auch in viel höherem Maße die höheren Schulen, Realschulen, Realgymnasien, Gymnasien usw. von jüdischen Schülern besucht, so daß ein höherer Prozentsatz jüdischer Einjährig-Freiwilliger vorhanden sei als bei den Deutschen. Das müsse in der Praxis dahin führen, daß wieder ein weiteres Mißverhältnis einträte zwischen den jüdischen Gemeinen und den jüdischen Vorgesetzten. Den von dem Abg. Gröber mitgeteilten Fall mißbillige er auch; die Religion habe mit der Sache absolut nichts zu tun. Unser Offizierkorps sei deutschen Blutes und erfüllt von deutschem Geiste. Abg. Bindewald schloß mit den Worten: „Ich bin fest überzeugt, Herr Kollege Gröber, Sie können auch an dem, was ich vertrete, und was wir Antisemiten wollen, nicht vorübergehen, indem Sie die Frage immer aus das religiöse Gebiet herüberspielen und meinen: der Jude ist ebenso Deutscher wie wir; er hat nur eine andere Religion. Nein, anderes Blut hat er in seinen A d e r n! Dar a u s k o m m t es a u." (Unruhe links.) Abg. Ko p sch eutgegeguete schlagferlig: „Ich konstatiere, der Rassenantisemitismus des Herrn Kollegen Bindewald hat in diesem Hohen Hause keine Zustimmung, aber die lebhafteste Heiterkeit fast des ganzen Hauses hervorgerusen." (Lebhaftes Bravo! links.) Daran schloß sich die Erklärung des Abg. Gröber: „Ich habe lediglich die Behauptung ausgestellt, es fei den betreffenden Einjährig-Freiwilligen oder Unteroffizieren das israelitische Glaubensbekenntnis als Hinderungs-

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