Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1908)
- Article
- Die Reichstagsverhandlungen über die Zurücksetzungen der jüdischen Einjährig-Freiwilligen
- Date
- 1908-05-01
- Page
- 273 (sequence 8)
- Language
- German
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Re ichstagsv ^Handlungen. 273 Die nächsten Monate werden uns darüber belehren, wieweit der Wille und die Absicht der Behörden seitens der Nachgeordneten Behörden in Erfüllung gehen wird. Wir werde:: alle Uebergrisfe nach der Richtung hin öffentlich hier zur Sprache bringen, damit die Verwaltung die Möglichkeit hat, zur rechten Zeit einzuschreiteu und das, was die oberste Instanz will, -auch zum Durchbruch kommen zu lassen. Wenn hier im Hohen Hause Ausführungen gemacht worden sind, die auch nur den Anschein erwecken konnten, als komme in denselben ein Eingriff in die Kommandogewalt der höchsten Stelle in Betracht, so haben die Herren der Regierung mit aller Entschiedenheit stets derartige Eingriffe zurückgewiesen. Ich gebe der Hoffnung und der Erwartung Ausdruck, daß in gleicher Weise auch die Kommandogewalt der Staatsgesetze und der Reichsverfassung seitens der Kriegsverwaltuug gegenüber den Nachgeordneten Instanzen in der Behandlung unserer jüdischen Mitbürger geschützt werde." (Bravo! links.) Erst nachdem er auf verschiedene völlig andere Anregungen der Abgg. Erzberger und v. Czarlinski in sehr ausführlicher Weise geantwortet hatte, kam der Departementsdirektor im Kriegsmiuisterium, Generalleutnant Sixt v. Armin, auf die Interpellation Kopsch nur ganz nebenher zurück; er brachte sie dabei seltsamerweise in Verbindung mit einer die Milit ä r fahr karte n betreffenden Angelegenheit, und sagte nichts weiter als: „Meine Herren, ich möchte zunächst bemerken, daß das Material, welches der Herr Abgeordnete Kopsch uns übergeben hat, unb die Wünsche, die der Herr Abgeordnete Hagemann zur Sprache gebracht hat, natürlich gewissenhaft geprüft werden sollen." Daß es mit dieser kurzen „Militärfahrt" nicht abgetan war, zeigte der weitere Verlauf der Debatte; denn auch kurz und bündig erklärte der freisinnige Abg. Or. Hermes: „Meine Herren, auf die schwere Anklage meines Freundes Kopsch hat der Herr Vertreter des Kriegsministers nur die Antwort gegeben, daß er das dem Herrn Kommissar übergebene Material 'prüfen wolle. Jedenfalls, meine Herren, erwarten wir, daß der Herr Vertreter des Kriegsministers das Ergebnis dieser Prüfung u n s a u ch mitte: l e n