Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 4 (April 1908)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1908-04-01
- Page
- 246 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2316602-2316766-2316771--17687-2339946- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
246 Jni deutschen Reich. in der treuen Art gewesen ist, wie er sein Judentum betonte. Gerade heute, wo die Zweifel am Religiösen viele Menschen soweit ergriffen haben, daß sie kaum den .Mut haben, ihre religiöse Gesinnung überhaupt zu zeigen, wo gerade das Judentum so vielen Verunglimpfungen ausgesetzt ist, ist es ein Schmuck und eine Zierde für den Mann, wenn er, wie unser lieber Magnus es getan hat, f t ch a l s b e u i sch e r Jude fühlt. Er hat damit der Sache des Judentums nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt einen Dienst geleistet. Dieses Beispiel aufrechten Mannesmutes werden wir uns stets vor Augen halten. So zieh denn dahin, was sterblich an dir ist. Was du uns gewesen bist, das wollen wir treu für alle Zeit bewahren!" Daran schlossen sich die erwähnte, von Herrn Justizrat Holz gehaltene Rede und ein von Herrn W. Magnus gehaltener Nachruf: ein Chorgesang beendigte die Feier im Trauerhause. — Die rührige Berliner Ortsgruppe SW. des C e n t r a l - V e r e i n s hatte aus den 5. Mürz eine Versammlung anberaumt, für die ihr von Herrn Dr. Paul Lindau ein Vortrag über die Lage der Juden in der Türkei zugesagt war. Da die Folgen einer schweren Influenza Herrn Dr. Lindau in -die Notwendigkeit versetzten, am 28. Februar dem Borsitzenden der Gruppe W., Herrn Justizrat Dr. Guttsmann, mitzuteilen, daß er an das Zimmer gefesselt sei und den zugesagten Vortrag erst nach einigen Wochen werde halten tonnen, wurde ein anderer Vortragender in dem bekannten Schriftsteller Herrn Dr. Adolf Kohut gewonnen, dessen Vortrag de it Abend für alle Teilnehmer wahrhaft anziehend . gestaltete. Herr Justizrat Dr. Guttsmann eröfsnete die Versammlung mit einer Begrüßungsansprache, in der er dem Bedauern über die Erkrankung des Herrn Dr. Paul Lindau Ausdruck verlieh, dem Redner des Abends für den von ihm zu erwartenden vollgültigen Ersatz im voraus dankte, dann aber auf den Zweck der Versammlung verwies, die Vereinsmitglieder aufs neue für die Bereinsbestrebungen zu erwärmen und die zahlreich erschienenen Gäste zum Anschluß an eine Vereinigung zu veranlassen, die so hohe Ziele zu erstreben bemüht sei. Hierauf erhielt Herr Dr. Kohut das Wort und behandelte in einem Dr stündigen, freien, von patriotischer Empfindung durchwehten Vortrage das