Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 4 (April 1908)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1908-04-01
- Page
- 245 (sequence 7)
- Language
- German
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Vereinsnachrichlen. 24.' Jahren hat der Vereinigte, der seine Kraft bei so vielem: gemeinnützigen Veranstaltungen betätigte, das von uns vertretene Streben, die Gleichberechtigung der deutschen Juden der Verwirklichung entgegenzuführen, mit Eifer und Erfolg gefördert und sich dadurch im Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens ein dauerndes Andenken gesichert. Der bisherige stellvertretende Vorsitzende unserer Ortsgruppe, Herr Justizrat E. H o l z, hat am Sarge des Verblichenen, unsere Kranzspende niedergelegt und bei der Tranerfeier, nachdem er iur Namen der Synagogengemeinde gesprochen, dem teuren Dahingeschiedenen, den er als das Vorbild eines deutschen Staatsbürgers jüdischen Glaubens bezeichnete, auch n n s e r en l e tz t e n G r u ß nach gerufen. Das Leichenbegängnis, zu dem Stadt und Gemeinde Königsberg ihre ersten Vertreter entsandt hatten, legte ein deutliches Zeugnis für die Achtung ab, die der Verstorbene in weiten Kreisen genossen hat. Nach der Rede des Herrn Rabbiner Dr. Voge l st e i n, in der die Vorzüge des Heimgegangener! mit ergreifender Wärme geschildert wirrden, hielt Herr O b e r b ü r g e r nr e i st e r K ö r t e eine Gedenkrede, in der er u. a. sagte: „Gestatten Sie mir als Vorstand desjenigen Kreises, in dem der Verstorbene im letzten Jahrzehnt seines Lebens sein größtes Glück außerhalb der Familie gesunden hat, dem herzlichen Gefühle des Dankes nicht nur der Kollegen des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung, sondern auch der ganzen Stadt Königsberg und vieler Kreise der Bürgerschaft, denen er Gutes getan hat, Ausdruck zu geben. Gestatten Sie inir hervorz-uheben, daß das, was der geistliche Redner als das eigenste Wesen des Verstorbenen hervorgehoben hat, auch in seiner Amtstätigkeit hervorgetreten ist. Neben den hervorragenden geistigen Eigenschaften bewunderten wir an ihm seine kluge Erfahrung, seine erfreuliche Frische, sein liebenswürdiges Wesen. Wir wissen, daß er die Hauptfreude in seiner Tätigkeit gefunden hat, die ihn fast täglich mit menschlicher Not und menschlichen! Leid zusammengefnhrt hat. Viele, viele Menschen werden in Königsberg am heutigen Tage mit uns in dem Dahingegangenen einen Wohltäter beklagen. Gestatten Sie inir noch, meinerseits zu versichern, wie schon aus berufenem Munde hervorgehoben wurde, daß der Verstorbene auch ein Vorbild