Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 4 (April 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-04-01
- Page
- 223 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2316602-2316766-2316771--17637-2339923- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Umschau. 22“ die Fusion scheitern, sondern der Verband selbst an dem Wert seines politischen Programms Zweifelhaft werden könne, veranlaßt das führende Organ der antisemitischen Fraktion, alle Minen springen zu lassen, um einen solchen antisemitischen Mißerfolg zu verhüten. Dazu dient offenbar das von der „Staatsbürger-Zeitung" veröffentlichte Schreiben eines angeblicher: Mitgliedes des Leipziger Verbandes, in den: u. a. gesagt wird: Es ist einfach unerhört, was sich die Presse gegenüber der Leitung unseres Verbandes herauszunehmen erlaubt hat, nur weil unsere Verbandsleitung ein großes Ziel ins Auge gefaßt hat, ohne die Herren, die jich sonst mit die Interessen der Handlungsgehilfen gar nicht gekümmert haben, demütig um Erlaubnis zu fragen. Möchten sich doch die Kreisvereine einmiitig diese Art der Bevormundung verbitten. Die deutschen Handlnngsgehilser: wissen selber, was zu ihrem Besten dient, und es werden sich auch immer noch Kollegen finden, die v o r l a u t c P r e ß j u b e u aus die Tintenfinger klopfen." — So liegt die Sache keineswegs; es bedarf gar keiner besonderen jüdischen Belehrung, welcher Reinsall dem Leipziger Verband droht, wenn er sich durch die täuschende Flagge „deutsch-national" dazu wirklich verleiten ließe, mit dem am antisemitischen Gängelbande geführten antisemitischen Handlungsgehilsen-Verbande an einem Strange 511 ziehen und schließlich auch mit ihm dem dem Kausmannsstande so wenig holden agrarischen Bunde der Landwirte Vorspann zu leisten. Seitdem das von den Antisemiten unterstützte Agariertum Trumpf ist, hat sich die Lage des deutschen Handelsstandes immer ungünstiger gestaltet. Die jungen Kaufleute, die christlichen wie die jüdischen, müssen es wissen, wie blühende Zweige des deutschen Exportgeschäfts, die ihnen die besten Aussichten boten, unter diesem Regime nahezu verdorrt sind, wie jetzt auch zahllose Angehörige des Mittelstandes durch den Niedergang ganzer Exportindustrie!: nicht mehr die lohnende Beschäftigung finden, für die ihnen die antisemitischen Mittelstandsretter nicht den geringsten Ersatz zu bieten imstande sind. Wenn die Liste der Konkurse sich imnier vergrößert und zu ernsten Bedenken Anlaß gibt, dann glaubt die Antisemitenpresse, die bedauernswerten, arbeitslos werdenden Handwerker und Arbeiterinnen durch den Hohn über den Ruin ihrer