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Im deutschen Reich · 1908-04-01 · Heft 4 (April 1908) · p. 217

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 4 (April 1908)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1908-04-01
Page
217 (sequence 6)
Language
German
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Umschau. 217 no d) irgendwie u n d i r g e n dwo in i t R e ch t v o n der Abstammung gebraucht werden könnte. Die mit dem Worte Semiten etwas Schimpfliches verbinden, mögen, wenn sie Christen sind, wohl überlegen, ob sie nicht aus dem Wege sind, ihre eigene Religion zu beschimpfen. AnLisem iten turn ist Antichristen- Lum. Uebrigens ist die ganze Blut- und Rassen- L h e o r i e ein Ausfluß des g r o b s i n n l i ch e n Materialismus der Welt- und Lebensanschauung überhaupt." In dem Werke von Moritz Lazarus wird schließlich daraus verwiesen, daß Rümelin an das Wort Schillers erinnert: „Zur Nation euch zu bilden; ihr hofft es, Deutsche, vergebens; bildet, ihr könnt es,. dafür freier zu M e n s ch e n euch aus," daß Rümelin aber gleichzeitig auch die Ueberzeugung ausgesprochen hat, die Liebe zur Wahrheit, Gerechtigkeit und Humanität werde, die Deutschen immer wieder auf die rechte Straße verweisen. Das steht zu hoffen! Für die deutschen Juden ist, seit sie Staatsbürger geworden sind, der vaterländische Gedanke kein tönendes Erz, keine lärmende Schelle gewesen, sondern ein Palladium, für dessen Verteidigung sie zu jedem Opfer an Gut und Blut bereit waren. Sie buhlten dabei nie um Dank; sie hatten das Land der Linden und der Eichen lieben gelernt, ohne auf Gegenliebe zu rechnen, und standen ihm vielmehr mit der Goetheschen Gesinnung gegenüber: „Wenn ich dich liebe, was geht es dich an!" Vielfach waren sie im Auslande oder unter einer fremdsprachigen Bevölkerung in Deutschland Pioniere der deutschen Sprache und Sitte und ernteten den Haß von Polen und Tschechen, ohne dafür Dank oder Unterstützung von deutschen Christen zu gewinnen. Wenn sie, unfähig sich nach zwei Fronten hin gegen geschäftliche und gesellschaftliche Boykottierung erfolgreich zu verteidigen, den Staub von den Füßen schüttelten, dann schleuderte ihnen irgendein „alldeutscher" Professor oder ein anderer' „arischselbstbewußter" Beamter den Vorwurf nach, den Juden in den Ostmarken mangele das „echte deutsche Heimatsgefühl" Bon dem Gefühl aber dürfte, was wenigstens die Echtheit betrifft, bei den Juden doch stets mehr zu finden sein als bei den Antisemiten. Als das Gntergnringsgesetz

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