Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 3 (März 1908)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1908-03-01
- Page
- 188 (sequence 7)
- Language
- German
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188 Im deutschen Reich. Die Nachricht schien uns befremdlich, denn unseres Wissens ist Büsum bisher nur von sehr wenigen Juden besucht worden, und diese haben, soweit uns bekannt, stets eine freundliche Aufnahme gefunden. Wir haben deshalb die Badekommission Büsum schriftlich ersucht, uns mitzuteilen, in welchem Sinne der Antrag des Badevereins beantwortet worden sei, damit wir unsere Stellungnahme danach einrichten könnten. Darauf ist bei uns nachstehender, vom 12. Februar datierter Bescheid eingegangen: „Antwortlich teilt Ihnen die Borgezeichnete ergebenst mit.- Der betreffende Antrag des hiesigen Badevereins ist von uns noch nicht beantwortet: er wird aber voraussichtlich seinerzeit abgelehnt werden. Mit besonderer Hochachtung I. A.P. Stuben, Schriftführer." — Bald darauf wurde uns die Nr. 15 der „Büsumer Nachrichten" vom 21. Februar übermittelt, in der Nachstehendes veröffentlicht wurde: „Die Badekommisjtou beschloß, den Antrag des Badevereins, unser Bad als ein „Deutsches Bad" in ihren Prospekten und sonstigen Berüffeutlichungen zu bezeichnen, ab zu lehnen, wie auch Bort'um und Juist keinerlei antisemitische Maßregeln treffen. Es bleibt also einzelnen Hotels, Pensionen usw. überlassen, sich in ihren Anzeigen als „Deutsches Haus" zu bezeichnend — Hoffentlich entschließt sich die Badekommission zu einer noch entschiedeneren Ablehnung des Antisemitismus, ohne auf das fragwürdige Beispiel von Borkum und Juist Rücksicht zu nehmen! * — lieber das mehrfach verbreitete Gerücht, daß die S ch o k o l a d e u f i r nt a Stollwerck in Cötn grundsätzlich keine jüdischen Reisenden anstelle, haben wir bereits in der vorigen Nummer dieser Zeitschrift eine aufklärende Notiz gebracht, die durch nachstehende, von der „Oesterreichischeu Wochenschrift" veröffentliche Berichtigung volle Bestätigung findet: „In der letzten Nummer unseres Blattes haben wir einen Brief publiziert, durch welchen die bekannte Schokoladenfabrik Gebrüder Stollwerck in Cöln a. Rh. einem jüdischer! Bewerber die Nachricht zukommen ließ, „daß sie jüdische Reisende prinzipiell nicht anstelle." Nun hat sich in unserer Redaktion eine Anzahl jüdischer Reisender eingesunden,