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Im deutschen Reich · 1908-03-01 · Heft 3 (März 1908) · p. 160

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 3 (März 1908)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1908-03-01
Page
160 (sequence 8)
Language
German
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16^ Im deutschen Reich. gehören, w erde ich na ch w i e vor, sofern sonst die Vor - aussetzungen hierzu gegeben sind, meine Verwendung in jedem einzelnen Falle ein treten Lassen. Wie die von mir schon im Ausschüsse mitgeteilten einschlägigen Daten beweisen, sind die Resultate meiner Intervention im Interesse unserer Landsleute ungünstig gewesen." Auf eine bezügliche Anfrage des „Berliner Tageblatts" hat das preußische Ministerium unter Hinweis auf das „Judengesetz von 1847" erklärt, daß dieses ihm zwar das Recht gebe, zu verlangen, daß überhaupt jeder Ausländer mosaischen Glaubens, der sich in Preußen niederlassen wolle, um die A n s i e d e l u n g s e r l a u b n i s eiitfomme. Von diesem Recht werde aber heute kein Gebrauch wehr gemacht. Natürlich prüfe das Ministerium, wenn ausländische Juden in Preußen ihren Wohnsitz genommen haben, ob ihr Aufenthalt opportun erscheint. (!) Auf Grund einer derartigen Prüfung könne unter Umständen die Ausweifung erfolgen; welche näheren Gründe dafür in dem einzelnen Falle ausschlaggebend sind, hänge indessen vom BerwalLungsverfahren ab. Auf die Dauer werden sich solche vorsintflutlichen Verhältnisse aber nicht halten lassen. Das Deutsche Reich kann als Mittelpunkt Europas sich nicht, nach chinesischem Vorbild durch eine Riesenmauer von den anderen Kulturstaaten absperren, kann nicht im Zeichen des Verkehrs stehen und gleichzeitig die wirtschaftlichen Grundsätze verleugnen, die aus dem kleinen Brandenburg das große Preußen, aus diesem modernen Staat die Vormacht Deutschlands, aus dem unbedeutenden Fischerdorf Berlin eine glänzende Metropole gemacht haben. Was die deutsche Reichshauptstadt den französischen und holländischen Einwanderern und der industriellen Rührigkeit der Juden verdankt, scheint nahezu in Vergessenheit geraten zu sein. Jetzt hat eine gänzlich unwissenschaftliche Rassentheorie, verbunden mit einem für die ganze deutsche Politik voraussichtlich verhängnisvollen Chauvinismus die Erkenntnis verdrängt, daß gerade hier der Segen der Duldsamkeit und der vorurteilsfreien Gastfreundlichkeit in der kulturellen Entwicklung Berlins und Preußens Großes geschaffen hat. Immer neue Werte werden hier erzeugt und immer wieder wird neue Arbeitsgelegenheit

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