Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 3 (März 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-03-01
- Page
- 155 (sequence 3)
- Language
- German
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Uni] d) au. ditionen des Junkertums prallen solche Hammerschläge ebenso wirkungslos ab, wie der berechtigte Spott, mit dem der Abg. Dr. Müller-Meiningen die Antwort der Militär-Verwaltung kritisierte, die dahin lautete, daß im Heere sich kein Kastengeist fühlbar mache und die jüdischen Ginjährig-Freiwilligen keine Zurücksetzung erführen dürften. Um so dringender ist es aber Pflicht der Vertreter des Bürgertums im deutschen Reichstage und im preußischen Abgeordnetenhause, immer wieder laut und vernehmlich die Forderungen geltend zu machen, zu der sie die Opferfreudigkeit des Volkes und seiner freisinnigen Vertreter berechtigt hat. Ohne die entschieden liberalen Parteien kann die Staatsverwaltung eine Reihe von Vorlagen nicht durchbringen, wenn sie nicht durch das kaudinische Joch des Zentrums kriechen und ' auch in der Polenpolitik den Rückzug antreten will. Die von einem liberalen Blatte angesichts der jetzigen Haltung des Reichskanzlers kundgegebene Annahme, daß die sogenannte Blockpolitik sich in einer mittleren Linie bewege, die mit der Richtung der antisemitischen Partei zusammenfalte, ist wohl ziemlich haltlos. Die Liebermannschen Deutsch-Sozialen lassen sich natürlich die von einem liberalen Block ausgestellte Hypothese der „antisemitischen Mittellinie" als wohlfeile Reklame gern gefallen, und spielen sich nun so auf, als ob sie wirklich den Kern des Bülowschen Blocks bildeten. Die antisemitische Magdeburger „Sachsenschau" erblickt aber in der Aufstellung dieser Hypothese nur den Versuch der ganz links stehenden Parteien, die Nationalliberalen und Freisinnigen dem Block abspenstig zu machen; sie sagt: „Wir wüßten nicht, worin sich diese Führung Liebermanns schon einmal dokumentiert hat. Freilich ist er nebst seinem Fraktionsgenossen Lattmann dekoriert worden, aber dieses Schicksal teilt er mit verschiedenen freisinnigen Abgeordneten und vielen anderen Leuten, die manchmal selbst die Verdienste nicht kennen, die ihnen einen Orden eingebracht haben. Der Zweck des Artikels ist so durchsichtig, daß wir uns wundern, wie die Deutsch-Sozialen Blätter auf den Koder anbeißen