Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-02-01
- Page
- 116 (sequence 6)
- Language
- German
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116 Im deutschen Reich. eine wenn auch sicher nicht genügende Summe für jüdische Unterrichtszwecke eingestellt worden sei, bezeichnete der Redner als eine erfreuliche Folge der bei der Beratung über das Volksschutunterhaltungsgesetz von dem Verband der deutschen Juden und dem Central-Verein unternommenen Schritte und der Eingaben des Verbandes. Die Höhe der eingestellten Summe entspreche zwar mehr der Zurückhaltung des Finanz Ministers als den Beträgen, welche für die Unterhaltung christlicher Schulen ans Leistungen der jüdischen Steuerzahler entnommen werden, aber immerhin sei es ein Anfang von Leistungen des Staates für jüdische Zwecke. Die volle Gleichberechtigung der Juden könne in einem Lande nicht ausbleiben, dessen Monarch die Losung ausgegeben hat: „Recht muß Recht bleiben!" Dieses Recht müssen und werden wir erkämpfen mit der tatkräftigen Hilfe unserer gesamten Glaubensgenossen! — Lebhafter Beifall wurde diesen Worten ge zollt, und, da sich bei dem dritten Punkte der Tagesordnung „Diskussion" niemand znm Wort meldete, die Versammlung geschlossen. -X. L. * Im Monat Februar findet nach unseren Satzungen die ordentliche M i t g l i e d e r v e r s a m m lung statt; Tag und Ort werden in der „Vossischen Zeitung" und im „Berliner Tageblatt" rechtzeitig bekannt gegeben werden. * Am 30. Dezember hat in Liegnitz die erste öffentliche V e r s a m nxlun q der im Anfang 1907 gegründeten Ortsgruppe d e s C e n tr a l - V e r e i n s stattgefunden. Der Vorsitzende, Gemeindevorsteher und Ehrenbürger Heinrich Cohn, begründete die Notwendigkeit, wie in anderen Städten so auch in Liegnitz eine Ortsgruppe zu gründen, um die bei der immer wachsenden Ausdehnung des Vereins nötige Dezentralisation durchzuführen; zu der heutigen ersten Versammlung sei vom Vorstande Herr Professor Or. Schneider aus Berlin entsandt worden, um über die Ziele und Erfolge des Vereins zu berichten. Herr P r o f e s s o r O r. S ch n e i d e r gab zuerst ein Bild von der Entwickelung der antisemitischen