Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-02-01
- Page
- 115 (sequence 5)
- Language
- German
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Bereiiuuachrahten. 115 der SLadtverordnetenversammlung in Dresden, Dr. Hacket, sowie über einen Bescheid des Reichspostamtes berichtet, den die antisemitische Presse ohne rechten Grund zu einen: jüdischen Mißerfolg aufgebauscht hat. Die von mehreren Staatsanwätten wahrscheinlich nur zur genaueren Kennzeichnung der Verfolgten in den Steckbriefen gemachten konfessionellen Bemerkungen, die besser unterblieben, seien nicht tragisch zu nehmen, weil es keineswegs feststehe, daß dabei eine antisemitische Absicht vorliege.. Wo eine solche nicht mit Bestimmtheit anzunehmen sei, gehe aber der Pereinsvorstand grundsätzlich mit großer Vorsicht vor. Er habe, als die Schokoladenfirma Stollwerck vielfach des Antisemitismus beschuldigt wurde, weil eil: jüdischer Bewerber den Bescheid erhielt, daß sie prinzipiell keine jüdischen Reisenden anstelle, die i:: Köln als völlig vorurteilsfrei geltende Firma gehört und ihrer:: Bescheid, daß nur ein Mißverständnis eines ihrer Beamten vorliege, eine ganze Anzahl Juden zu ihrem Personal gehöre, um so mehr Glaube:: geschenkt, als unsere Vereinsmitglieder in Köln dies bestätigten und versicherten, sie hätten sofort angenommen, daß es sich nur um eine Vakanz für einen bestimmten Landstrich handle, für den gerade ein jüdischer Reisender sich nicht eigne. Gegen tatsächliche. Boykottierungen jüdischer Angestellten gehen wir stets vor, prüfen aber vorher sorgfältig den Sachverhalt. Der Inhaber einer jüdischen Firma in Breslau, der von uns wegen eines Inserates im dortigen „General-Anzeiger": „Ein christlicher Arbeitsbursche wird gesucht", zur Rede gestellt wurde, schrieb uns, er habe ein Inserat mit den Eingangsworten „Ein kräftiger Arbeitsbursche" telephonisch aufgegeben und erst nach Wochen erfahren, daß der Beamte der Zeitungsexpedition infolge eines Hörfehlers das Inserat mit den Worten „Ein christlicher Arbeitsbursche" habe setzen lassen. In: weiteren Verlaufe seines Berichtes teilte Herr Justizrat Dr. Horwitz mit, daß die gemischte „Kommission zur Bekämpfung der Schächtverbote", die aus Vertretern des Verbandes der deutschen Juden, des Central-Bereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und des Rabbinerverbandes zusammengesetzt ist, den Erfolg zu verzeichnen habe, daß das für das Fürstentum Schajnnburg-Lippe im Vorjahre verfügte Schächtverbot vor einigen Tagen wieder aufgehoben worden sei. — Daß in den preußischen Etat für Unterrichtszwecke