Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-02-01
- Page
- 114 (sequence 4)
- Language
- German
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114 Im deutschen Reich. Denkmal errichten. Darum auf! Ein D cn r in a 1 für M o s e s M e n d e l s s o h n! Langanhaltender Beifall belohnte den Redner, bem der Vorsitzende im Namen der Versammlung Worte herzlichen Dankes widmete. Herr I u st i z r'a t I)r. H o r w i tz knüpfte daran die Mitteilung, daß in einem ihm von einem strenggläubigen Vereinsmitgliede zugegangenen Schreiben Verwunderung darüber ausgedrückt worden sei, daß der Central-Verein, der in so verdienstvoller Weise zu einem neutralen G.büL gemacht worden sei, auf dem sich Männer der verschiedensten religiösen Richtungen zum Zwecke der Abwehr zusammenfinden, sich mit der Denkmalserrichtung befaßt habe, mit der manche strenggläubige Juden nicht einverstanden sein würden, weil es unjüdisch sei, die großen Männer durch Denkmäler zu ehren. Herr Justizrat Dr. Horwitz betonte, daß er persönlich nicht auf diesem Standpunkte stehe, aber besonderen Wert darauf lege, daß die neutrale Haltung des Central-Vereins in religiösen Fragen in keiner Weise Beeinträchtigung finde. Deshalb habe der Vorstand zu der Frage der Errichtung des Denkmals keine Stellung genommen, es aber als seine Pflicht erachtet, den: Wunsche des Denkmal-Komitees entsprechend, den Central-Vereinsmitgliedern die Kenntnis von der Absicht der Denkmalserrichtung zu vermitteln. Es sei jedem Vereinsmitgliede anheimgegeben, je nach seiner religiösen Ueberzeugung sich zu entscheiden. Der Vorstand des Central-Vereins werde sich jedenfalls auch in Zukunft in allen religiösen Dingen, wie bisher, streng neutral verhalten. — Zu dem nächsten Punkte der Tagesordnung : „G e s ch ä s t l i ch e M i t L e i l u n g e rt" übergehend, widmete der Vorsitzende zwei kürzlich dahingeschiedenen, verdienten Vertrauensmännern des Vereins, Herrn Abraham Herzfeld aus Grätz und Herrn Saling Simon in Frankfurt a. £?., ehrende Nachrufe und erwähnte dabei, daß Frau Julie Herzfeld dem Vereine eine größere Spende mit dem gleichzeitigen Ersuchen gewidmet habe, den Namen ihres Gatten als den eines i m m e r w ä h r e n d e n B e r e i n s Mitgliedes in den Listen weiterzusühren. Es wurde ferner über die in letzter Zeit in Berlin und auswärts entwickelte Versammlungstätigkeit, über die Berufung von Juden zu Schöffen und Geschworenen in Gera und Dresden, die Nichtwiederwahl des antisemitischen stellvertretenden Vorsitzenden