Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-02-01
- Page
- 94 (sequence 11)
- Language
- German
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94 Im deutschen Reich. tatenr mehr sind. Dcni Angehörigen des Mittelstandes dürften doch endlich über die wirklichen politischen Ziele des Hammer-Mannes die Augen aufgehen!" Jedes Volk hat die Vertretung und die Verwaltung, die es nach der Benutzung feines Wahlrechts verdient. Die Nutzanwendung liegt nahe, und das preußische Volk braucht sich nur über die Vorgänge in Oesterreich zu unterrichten, um sich zu überzeugen, welche Segnungen es zu erwarten hat, wenn es sich bei den künftigen Landtagswahlen nicht dazu aufrafft, den Rückschrittlern, den angeblichen „Mittelstandsrettern" und den christlich-sozialen „Volksbegluckern" mit der Losung „Freiheit und Recht" entgegenzntreten. Die von den Christlich-Sozialen am Gängelbande geleiteten Desterreicher, die nicht nur die Verwaltung Wiens dein Antisemiten Lueger in die Hände gespielt, sondern auch seinen Genossen zu Ministerportefeuilles verhelfen haben, dürfen sich nicht rühmen, damit die angebliche Korruption der früheren Verwaltung unmöglich gemacht und bessere Verhältnisse für den Mittelstand geschaffen zu haben. Die Verbesserungen, die im letzten Jahrzehnt in Wien zustande gebracht wurden, werden durch eine in ihren Folgen unberechenbare Vermehrung der städtischen Schuldenlast reichlich ausgewogen. In kaum zehn Jahren hat die antisemitische Verwaltung Wiens mehr als doppelt soviel Gelder ausgenommen, als die „elende liberale Wirtschaft" in 85 Jahren „verschlungen" haben soll. Mit solchen Mitteln läßt sich natürlich manche angenehme Verbesserung leisten, aber das Verwaltungsgenie Luegers findet dabei kein Genüge, da der Wiener Gemeinderat im Begriffe steht, es mit einer neuen Anleihe im Betrage von 860 Milt. Kronen weiter zu unterstützen. An die Nachricht von dieser riesigen Wiener Stadtanleihe hatte die Berliner „Freisinnige Zeitung" die Frage geknüpft, was L i e b e r m a u n v o u S o n n e n - berg zu dieser „Pumpwirtschaft" seines Spezialfreundes Lueger sage, der früher gegen Berlins Anleihewirtschafr gezetert habe. Liebermann von Sonnenberg hat darauf in den „Deutsch-Soz. Blättern" eine ausweichende, unbeholfene Antwort gegeben, in der nur bemerkenswert war, daß Liedermann von Sonnenberg mit einemmal bestritt, daß