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Im deutschen Reich · 1908-02-01 · Heft 2 (Februar 1908) · p. 77

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 2 (Februar 1908)
Article
Gesicherte Fürsorge für jüdische Gemeindebeamte nach staatlichen Grundsätzen
Date
1908-02-01
Page
77 (sequence 2)
Language
German
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Gesicherte Fürsorge für jüdische Gemeindebeamte usw. 77 Die erwähnten finanziellen Bedenken gegen eine solche Versorgung treffen aber nur dann zu, wenn man annimmt, daß die künftig zu leistenden Pensionen einmal allein von den Jahren, in denen sie fällig sind, aufgebracht werden müssen. Die Befürchtungen sind fast gegenstandslos, wenn man die Einrichtungen so trifft, daß sich die Lasten aus der Verso r g u n g s Verpflichtung auf alle Jahre, einschließlich derjenigen, in denen noch gar kein Versorgungsfall vorliegt, gleichmäßig verteilen. Dann wird in jedem Falle die Belastung des einzelnen Jahres nur gering sein. Noch günstiger würden sich die Verhältnisse stellen,- wenn man dabei vorweg auch die Fälle schon in Berechnung bringen könnte, in denen gar keine Versorgung notwendig wird. Ebenso würde es die Entschließung der Gemeinde wesentlich erleichtern, wenn der jährlich auszubringende Versorgungsbetrag als ein fest bestimmter von vornherein genau übersehen werden könnte. All diese Bedingungen sind nur zu gewinnen bei Einrichtung einer allgemeinen P e n s i o n s k a s s e für die jüdischen G eme ind en mit allen Bestimmungen, die zur befriedigenden Versorgung der jüdischen Gemeindebeamten notwendig sind. Die Kasse müßte in ihren Leistungen n a ch den G r u n d s ä tz e n der staatlichen V e r s o r g u n g eingerichtet sein, weil es die Gerechtigkeit erfordert, daß die jüdischen Gemeindebeamten in ihrer Versorgung nicht schlechter gestellt werden als die Beamten irn öffentlichen Dienst. Eine geringfügigere Versorgung würde unseren Gemeinden selbst nicht genügen, wenn sie dem Versorgungszwecke für ihre Beamten mit vollem Ernst zustreben. Die Kasse muß ebenso notwendig auf fester, vers i ch e r u n g s t e ch n i s ch e r G r u n d l a g e errichtet sein, um den Bedingungen einer gesicherten Fürsorge zu entsprechen. Die muß die V e r s i ch e r u n g a l l e r A r t j ü d i scher Ge - m e i n d e b e a m t e n zulassen, um für die Gemeinden nicht noch andere Versorgungseinrichtungen notwendig zu machen, aber auch, um eine möglichst große Zahl von versicherten Personen bei sich zu vereinen, wodurch erst die Vorteile des Versicherungs-Großbetriebes gewonnen werden. Aus demselben Grunde und um die Freizügigkeit der Beamten nicht zu behindern, muß die Kasse auch ihr G e l t u n g s g e b t e t a u s das ganze de u t s ch e R e i ch ausdehnen.

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