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Im deutschen Reich · 1908-02-01 · Heft 2 (Februar 1908) · p. 74

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 2 (Februar 1908)
Article
Die Stadtverordnetenwahl in Wreschen
Date
1908-02-01
Page
74 (sequence 3)
Language
German
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/4 ,sm Dciit]a)cn m'eui). von Wählern für beu s)[mrarw möglichst reute Juden zu wählen. Diese deutschen Wähler wurden der bisherigen Vereinbarung untreu und verbanden sich in der zweiten Abteilung mit den Polen, so daß in dieser Abteilung die beiden jüdischen Kandidaten nicht gewählt wurden. Neben Herrn Fabrikdirektor Brünig wurde der polnische Fabrikbesitzer Herr Kaezerowski gewühlt, beide aus sechs Jahre. In der Ersatzwahl-stimmten die Polen mit den Deutschen für den christlichen Bauunternehmer Thorenz. Für das nur auf zwei Jahre gültige Mandat hatten die christliehen deutschen Wähler den Pölert zu einem Mandat mehr in dem Stadtparlament verholsen. Die Juden haben dagegen trotz dieser bitterett Erfahrung geschlossen für die in der ersten Versammlung nominierten Kandidaten gestimmt. Diechristlichen Deutschen, welche durch ihr Borurteil gegen die Juden sich dazu verleiten ließen, itt Wreschen das polnische Element zu stärken, sind die Herren Bauunternehmer Kynast, Spediteur Biktor Kerger, Tischlermeister Emil Weise, Restaurateur Schmidt-Rosengarten, Pferdehändler Wilhelm Simon, Rentier Klömeke, Besitzer des Hotels „Schwarzer Adler" Görlt, Verwalter der Garnison-Kantine Rehmatttt und Buchhalter Weimann. Andere Wähler der zweiten Abteilimg, die Herren Amtsrichter Schneidewind, Dr. Tiemann'(Direktor des Milchwirtschastlicheit Institutes), Brandt (Verwalter des Deutschen Kaufhauses) und Stadtwachtmeister Knappe, haben zwar keinen Polen gewählt, aber auch keinem Juden ihre Stimme gegeben, sondern mir den Herren Brünig und Thorenz. Diese vier Stimmen hätten zwar ein für den Inden günstiges Ergebnis nicht herbeigeführt, das Verhalten dieser Abstimmenden ist aber immerhin bemerkenswert. Die Mehrheit der christlich-deutschen Beamten, voran der Landrat, sowie einige Kaufleute, wählten dem ersten Kompromiß getreu. Der Landrat und' mehrere andere Herren haben sich vergeblich in der erwähnten zweiten Versammlung bemüht, die dem Kompromiß mit den Polen geneigten Herren nmznstimmen. Ermutigt durch den Erfolg in der zweiten Abteilung, haben die Polen dann noch in letzter Stunde auch in der erftett Abteilung unter Führung eines polonisierten Lutheraners, des Schöffen Theodor Eulenfeld, versucht, die christlichen deutschen Wähler nmzustimmen, um mit ihrer Hilfe noch ein Mandat zu erlangen. Hier aber

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