Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1908)
- Article
- Wie wehren sich die "Deutsch-Nationalen"?
- Date
- 1908-02-01
- Page
- 68 (sequence 3)
- Language
- German
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68 Im Deutschen Reich. für ein Zeichen seiner nie und nirgends verleugneten, noch heute fortbestehenden Gesinnung. Warum wollen die Freunde des- Herrn" Schack keine jüdischen Standesgenossen in ihrem jetzt angeblich unpolitischen SLandesverein sehen? Haben sie einen anderen Grund als den von uns angeführten, daß sie den Juden verachten und hassen, daß sie ihn mit Ausnahmegesetzen politisch mundtot machen und durch wirtschaftlichen Boykott außer Wettbewerb setzen wollen? Haben sie einen anderen Grund, ihn aus der Standesbewegung auszuschalten — dann mögen sie ihn nennen. Herr Zimmermann ist nicht der Anwalt des Herrn Schack und der anderen Größen des D. H. V., und diese würden es sich wohl verbitten, wenn man ihren Antisemitismus als einer vergangenen Zeit angehörig ansehen wollte. Herr Zimmermann bevormundet aber nicht bloß seine Mesiter in Hamburg, nein, er gibt auch den jüdischen Prinzipalen weise Ratschlage. Er fragt rhetorisch: Glauben die klugen Herren, daß die in Deutschland befindlichen jüdischen Firmen die im D. H. V. organisierten 100 000 Gehilfen entbehren können? Auf die Gefahr hin, von Herrn Zimmermann für unklug gehalten zu werden, glauben es nicht bloß die Prinzipale, welche auf unsere Anregung hin jenen organisierten Gehilfen die Kündigung erteilt haben; nein, es glaubt einfach jeder mit jüdischer Selbstachtung erfüllte Deutsche, daß er einen Haus- und Arbeitsgenossen entbehren kann und entbehren m u ß, der ihm die Luft mißgönnt, in der er atmet, den Staat, dem er durch Geburt, Erziehung, Hingebung und Herzensneigung angehört, die Ehre und Achtung, welche er sich in seinem Berufe erworben hat. Besonders stolz scheint Zimmermann auf beit Gedanken zu fein, daß er ja auch in unserem Centrat-Berein keine Ausnahme fände, wenn er sich meldete. Wir haben den schönen Gedanken, den unsere Großväter Retourkutsche nannten, wenn wir uns nicht sehr irren, schon öfter in der „Handelswacht" gelesen; es ist der einzige, mit dem sie sich manchmal 51t verteidigen versucht, wenn wir ihren antisemitischen „Schriftleitern" für ihre häufigen, geschmacklosen, judenfeindlichem Scherze auf die Tintenfinger klopfen. Um den so beliebten „deutsch-nationalen" Scherz ein für allemal abzutun, wollen wir Herrn Zimmermann und seinesgleichen darüber belehren,