Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1908)
- Article
- Wie wehren sich die "Deutsch-Nationalen"?
- Date
- 1908-02-01
- Page
- 67 (sequence 2)
- Language
- German
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Wie wehren sich die „Deutsch-Nationalen"? 67 Lretern im Reiche die Augen vorzeitig öffnen könnten. Sie schweigen und sammeln ihren Kriegsfonds unter der harmlosen Bezeichnung einer „Versicherung gegen Arbeitslosigkeit". Sie finden durchaus nicht, daß das gegen die guten Sitten verstößt. Anders die „R h e i n i s ch - W e st f ä l i s ch e M o n a t s - s ch a u", die M on ats s ch r i f L des G au es Niederr h e i n - W e st f a l e n de s „D. H. V.". Das Blatt erscheint in Köln, und seine Dezember-Nuinmer ist uns von der Hamburger Verbandsleitung als Drucksache ans Hamburg zugesandt worden. Weshalb? Es findet sich dort ein für uns angestrichener Artikel „Gegen die guten Sitten!", der sich mit unseren Darlegungen vom Oktober beschäftigt. Nun haben wir an sich gar keine Veranlassung, ans dieses Elaborat des in den weitesten Kreisen unbekannten Blattes zu antworten, in dem irgendein Herr Zimmermann etwas „gegen die guten Sitten" unternehmen will. Aber interessieren wird es unsere Freunde doch, zu erfahren, wie sich in solchem Kopfe, anders als sonst in Menschenköpfen, die Welt malt. Herr Zimmermann, der die Gesinnung der Verbandsgründer auf „die antisemitischen Bestrebungen der damaligen Zeit" zurückführt-, meint, daß „die antisemitische Färbung des Verbandes im Saufe der Zeit in den Hintergrund getreten ist". Wir wollen das Bild einer Färbung, die bald dahin, bald dorthin tritt, nicht weiter ansspinnen, möchten aber doch fragen, warum denn die Satzung des Verbandes noch immer den in keiner Beziehung deutschen Satz enthält: „Juden und sich in einem bewußten Gegensatz zum Deutschturn befindende Angehörige anderer Nationen können keinerlei Mitgliedsrechte erwerben". Nach Herrn Zimmermann hat der Verband jetzt Freunde in allen Parteien. Wenn: wirklich die antisemitischen' Bestrebungen des D. H. V. seiner Sturm- und Drangperiode angehörten und eine blöde Jugend-Eselei wären, so könnte er jetzt doch einmal einen seiner Freunde ans einer der nichtantisemitischen Parteien bitten, ihm die Satzung in wirkliches Deutsch umzuschreiben. Solange das nicht geschieht, und solange Herr ■ Schack mit der politischen, moralischen intb materiellen Unterstützung des Handels- und judenseindlichen „Bundes der Sandwirte" sein Reichstagsmandat erobert, halten wir ihn für einen Antisemiten und sein Treibe!: