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Im deutschen Reich · 1908-01-01 · Heft 1 (Januar 1908) · p. 39

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 1 (Januar 1908)
Article
Berlin
Date
1908-01-01
Page
39 (sequence 4)
Language
German
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Korrespondenzen. 39 bundes mitteilt, hat die aus Vertretern des Gemeindebundes und des Verbandes der deutschen Juden zusammengesetzte Kommission zur Ausarbeitung eines Organisationsgesetzes für die jüdischen Gemeinden Preußens in den Tagen vom 17. bis 21. November in fünf umfangreichen Sitzungen die zweite Lesung des Gesetzentwurfes vorgenommen. Von einigen am Erscheinen verhinderten auswärtigen Mitgliedern waren sehr umfangreiche Amendierungs-Anträge eingegangen. Die Kommission, in die noch die Herren: Justizrat Lilienthal, Syndikus der jüdischen Gemeinde Zu Berlin, Oberlandgerichtsrat a. D. Geh. Justizrat Prof. Masse und Stadtverordneter Louis Sachs neu eingetreten sind, hat eine aus drei Mitgliedern bestehende Redaktionskommission eingesetzt, der die genaue Formulierung der Beschlüsse zweiter Lesung übertragen wurde. Die Arbeit dürfte mehrere Monaie beanspruchen; ihr Ergebnis wird dem Plenum der Kommission Zur Prüfung vorgelegt. Alsdann soll der Entwurf der Oeffentlichkeit zur freien Beurteilung übergeben werden, bevor in die dritte Lesung eingetreren wird. — Das Kuratorium des Vereins „Lehrlingsheim", Pankow, versendet nachstehenden Aufruf: „Unter schweren Seiten seufzen unsere Glaubensgenossen allüberall. Um solche Zeiten ertragen zu können, müssen sie gestählt werden durch Linderung materieller Not wie durch kulturelle Hebung, und vor allem muß die Jugend mit den Mitteln ausgestattet werden, welche eine glücklichere Zukunft vorzubereiten ermöglichen. Keine Veranstaltung dürste in gleichem Maße allen diesen Zwecken gleichzeitig zu dienen geeignet sein, wie das „Lehrlingsheim" in Pankow. Hier erhalten jüdische Handwerkslehrlinge während der Lehrzeit Wohnung, Bekleidung, Beköstigung, hier wild für die Vermehrung ihrer Fach- und allgemeinen Bildung gesorgt, indem sie Zum Besuch von Fach- und Fortbildungsschulen ungehalten werden; hier werden sie durch geeignete Aufsicht vor den vielfachen Gefahren der Großstadt bewahrt, hier wird ihre nächste Zukunft nach Beendigung der Lehrzeit durch Uebergabe von Sparkassenbüchern sichergesteüt, hier ihnen die Möglichkeit gegeben, mit beruflich und sittlich Gleichstehenden Freundschaften zu schließen, die ihnen im späreren Leben zu dauernder Srütze gereichen können. Durch unsere besserntuienen Glaubensgenossen ist die Anstalt in den 12 Jahren ihres Bestehens in den Stand gesetzt worden, eine große Anzahl von Zöglingen (Schlosser,

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