Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 33 (sequence 12)
- Language
- German
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Umschau. 33 leichtfertige Verunglimpfung des ärztlichen Standes durch den bürgerlichen Herold des Wiener kleinbürgerlichen Dunkelmännertums, das unter dieser Leitung ihnen den wohlverdienten Dank für aufopfernde Leistungen während der Blatwrugesahr in geradezu frivoler Weise versagte. Auch die Professoren und Dozenten der weltlichen Fakultäten der Wiener Universitären bäumten sich gegen ähnliche Verunglimpfungen empört auf, die ihnen gelegentlich des österreichischen Katholikentages von Lueger bezw. von seinen Gesinnungsgenossen zugesugt worden waren. Die Universitätslehrer erklärten in einer geharnischten Resolution, sie seien entschlossen, jeden Versuch, die Universitäten in Abhängigkeit von irgend einer konfessionellen oder politischen Partei zu bringen, mit allen gerechten Mitteln auf das entschiedenste Zurückzuweisen. In der Resolution heißt es weiter, die Professoren erwarteten, daß auch der Staat in eigenem Interesse vor dem angekündigten Eroberungszuge einer Partei gegen die Universitätennicht zurückweichen werde. Im österreichischen Abgeordnetenhause hat am 5. Dezember ein Antrag des Abg. Prozessor Masaryk, der einen heftigen Protest gegen die „Klerikalisierung der Universitäten" enthielt, seine Spitze also gegen die Christlich-Sozialen richtete, einstimmige Annahme gefunden, nachdem Lueger kläglich durch die Erklärung reooziert hatte, er habe auf dem Katholikentage kein Wort gegen die Freiheit der Forschung gesprochen und nur das Mißverhältnis beseitigen wollen, daß ein überwiegender Prozentsatz der Professoren Juden seien. —. Mit großer Spannung sieht man der Entscheidung des Kaisers von Oesterreich entgegen, an den Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Friedrich Elbogen im Namen der Mutter Leopold Hiisners ein -Begnadigungsgesuch gerichtet hat. Dr. Elbo gen hat dem Redakteur der „Wi?mr Sonn- und Montags-Zeitung" über den Appell an Kaiser Franz Joseph, den Rest der über Hilsner verhängten lebenslangen Kerkerstrafe nachzusehen, u. a. wie folgt geäußert: „Ich ging in dem Gesuch grundsätzlich der Untersuchung der Schuldfrage aus dem Wege. Ich konnte mit Recht sagen, daß die Ueberzeugung von der absoluten Schuldlosigkeit Hilsners schon langst der gesamten gesitteten Welt geläufig ist. Wer nach den kritischen Darlegungen des Professors Masarpk, des Oberlandesgerichts-