Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 27 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316766-2316768--17257-2339446- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Hainau. 27 Ereignisse, d*e in der letzten Zeit so offenbar geworden sind, zum Segen wirken? Wir haben seit Jahren ein immer stärker werdendes Bestreben beobachten müssen, besonders von dem deutschen Judentum gefördert, den § 175 des Strafgesetzbuches aufzuheben, die Strafe für solche Vergehen abzuschaffen, wie es in Frankreich und Italien schon geschehen ist. Die Vorgänge, die sich nun jetzt abgespielt haben, werden aber wohl dem Volke die Augen geöffnet haben, und man kann sagen, daß von einer Aufhebung dieser Strafen wohl heute keine Rede mehr ist, sondern daß man eher geneigt wäre, an eine Verschärfung zu denken. Leider waren ja so viele Gebildete wieder der Führung des Judentums, das ja auf diesem Gebiete furchtbar verderblich ist, gefolgt, da hat Gott in seiner Barmherzigkeit das Geschwür aufbrechen lassen! Wäre das nicht geschehen, so wäre man wirklich in diese jüdische Falle gegangen! Gott sei Dank, das ist nun unmöglich. Daß neulich der Oberpräsident den Vortrag des Juden Hirschfeld verbot, ist der erste Beweis dafür, daß die Sache wirkr.^" Dazu bemerkt das Leipziger Blatt treffend: „Sehr richtig' Die Juden sind an allem schuld. Die Grafen Hohenau und Lpnar und wer sonst von den erlauchten Offizieren der Garde an den perversen Orgien in der Adlervilla teilgenommen hat, siud alles Juden! Und schon der Name: der Liebenberge?!" Die erneuten judenfeindlichen Vorstöße des unermüdlichen „Vaters des Antisemitismus", die darauf abzielen, für die traurigen Vorkommnisse, die durch den Moltke-Harden-Prozeß in weiten Kreisen bekannt geworden sind, die Juden verauLworllich zu machen, muffen jedem widersinnig erscheinen, der sich der würdigen Art erinnert, in der sich der Reichskanzler gegen den von dem Abg. Spahn gebrauchten Ausdruck der „Verseuchung" wandte: „Aus den Verfehlungen einzelaerMitglieder der oberen Gesellschaftsklassen auf eine Korruption des Adels, auf eine Verseuchung zu schließen, das ist ungerecht und töricht, wie alle einseitigen Verallgemeinerungen. In allen Berufsständen, in allen Kreisen kommen unwürdige Elemente vor. Ueberall gibt es einzelne, die ihrem Berufe, ihrem Stande, ihrem Kreise zur Unehre gereichen. Solche Elemente gibt es in allen Berussständen. In allen Klassen kommen unwürdige Mitglieder vor. Niemand darf trotzdem von der sittlichen Verkommenheit des ganzen Standes, der ganzen Klaffe sprechen." Wem ist es aber noch unbekannt, daß gerade