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Im deutschen Reich · 1908-01-01 · Heft 1 (Januar 1908) · p. 26

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 1 (Januar 1908)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1908-01-01
Page
26 (sequence 5)
Language
German
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Im deutschen Reich. mag fernerhin auch Fürst Bülow da nehmen, wo er sie findet, auch beim Zentrum. Nur gezählt werden die Stimmen. Wer sie abgibt, kümmert die Regierung nicht. Das Recht aber, das Blockschiff zu verlassen, hat die Linke dem Kanzler vollauf gegeben. Sie ließ das Schiff schonvorderAusfahrtimHafenstranden. Wer will es dem Kanzler verdenken, wenn er sich scheut, auf diesem Fahrzeuge die hohe See Zu befahren? Den Vorwurf, daß er seinerseits dem Pakte untreu geworden, darf ihm niemand machend Das sind Grundsätze, die bedenklich an einen Wahlspruch spanischer Großinquisitoren erinnern: „Lieder für die Verwesung als für die Freiheit!" Jene Spanier haben aber wenigstens nebenher keine Demagogie getrieben. Wie aber das Slöckerblatt „Das Reich" selbst berichtet, hat kürzlich in einer Wahlversammlung Zu Braunfels nach einem Vorfrage des christlich-sozialen Lizentiaten Mumm, der Liberale Dormann am Schluffe einer Diskussionsrede erklärt: „Ihr (die Christlich-Sozialen) seid schlimmer als die Sozialdemokraten; Ihr seid christliche Anarchisten!" Wie weit dieser Vorwurf berechtigt ist, mag unerörtert bleiben; so viel scheint aber festzustehen, daß die polnischen Pastoren geneigt sind, mit oder ohne den jetzigen Reichskanzler eme Verständigung mit dem Teile des Zentrums zu fördern, von dem sie hoffen, daß er sich von den radikaleren Zentrumsmitglüd^rn absondern werde, die kaum mit den Konservativen paktieren können. Bei dieser Spekulation auf den Zerfall des Zentrums arbeiten die „Christlich-sozialen^ und die „Deutsch-sozialen" Hand in Hand. Der erbittertste Judenhaß, der beide Parteien verknüpft, gibt sich in beiden Lagern neuerdings wieder so häufig kund, : daß der ihnen gemachte Vorwurf „anarchistischen Gebahrens" gerechtfertigt erscheint, der sie eigentlich als völlig ungeeignete Genossen konservativer Politiker, geschweige denn als dem regierungsfreundlichen Block angehörige und nützliche Teile erweisen sollte. Nicht ganz ohne Grund schrieb die „Leipziger Volkszeitung" am 30. November von dem Hofprediger a. D. Adolf Stöcker: „Er scheint es vollständig darauf anzulegen, die Lücke auszufüllen, die durch die Internierung des Dreschgrasen Pückler in Dalldorf gerissen worden ist. Wenigstens deutet darauf deutlich eine Rede hin, in der er sich über den Moltke-Harden-Prozeß wie folgt verbreitet hat: .„Wie können uns nun die traurigen

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