Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 25 (sequence 4)
- Language
- German
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Umschau 26 Oberpräsident v. Schörlemer-Koblenz stehen soll, weist u. a. folgende Unterschriften auf: Dr. Bachem-Euskirchen, Fürst zu Bentheim-Rheda, Pastor v. Bodelschwingh-Dünne, Frhr. v. Dalwigk-Siegburg, Graf Fürstenberg-Herdringen, drei Herren v. Guillaume-Köln, Geheimrat Haniel-Düsseldorf, Prof. Dr. v. Heckel-Münster, Generalmajor z. D. v. Herger-Bonn, drei Grafen Hoensbroech, Regierungspräsident v. Hoevel-Koblenz, Graf Kesselstadr-Schloß Kesselstadt, Justizrat Dr. Klasing-Bieleftld, Frhr. v.Landsberg-Velen-Drensteinfurt,V.d.Leyen-HausMeer,Geheimrat Lueg-Düsseldorf, Frhr. v. Mirbach-Berlin, Pastor Möller-Gütersloh. Gegen das Motto des Aufrufs: „Was Euch heilig, will ich achten; was mir heilig, laßt es gelten!" läßt sich nichts einwenden; immerhin ist es sehr zweifelhaft, ob die Reichsregierung in der Lage ist, alles, was den Ultramontanen, den Christlich- Sozialen und den hochadligen Großgrundbesitzern „heilig" ist, gelten zu lassen. Für einen Reichskanzler, der mit dem Block unter Zitierung Uhlandscher Grundsätze arbeiten will und gegen den Tropfen demokratischen Oels, mit dem Uhland den Kaiser gesalbt wissen wollte, nichts einzuwenden hat, dürfte dies nahezu unmöglich sein! Was die „Deutsche Bereinigung" eigentlich bezweckt, ist noch in ziemliches Dunkel gehüllt; aber was die ihr angehörenden ^Tivoli- Konservativen", die jetzt noch zum Block halten, weil sie des Zentrums zur Zeit noch nicht sicher sind, erstreben und fordern wollen, das plaudert das Organ Stöckers „Das Reich" mit folgenden Worten aus: „Der Fehler liegt da, daß der Kanzler' nach ausländischem Muster rein parlamentarisch regieren wollte. Das geht in Deutschland nicht, ilnb wenn es g-nge, würde es unsere inneren Wirren nur vermehren. Wir bitten also den Kanzler, die'monarchischkonstitutionelle Praxis wieder aufzunehmen, seine Beziehungen zum Block zu lösen, dieses unnatürliche Gebilde dem Verfall und die Parteien sich selbst zu überlassen. Ob sie sich dann lieben oder hassen, .braucht ihn und seine Stellung gar nicht weiter zu berühren. Nehmen sie ein Gesetz an, so ist das kein Sieg, Lehnen sie eins ab, so ist es keine Niederlage. Dem Fürsten Bismarck sind die gewichtigsten Gesetze, z. B. das Tabakmonopo! als Patrimonium der Enterbten, abgelehnt worden, ohne daß dadurch seine Stellung im geringsten gelitten hätte. Die Mehrheit