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Im deutschen Reich · 1908-01-01 · Heft 1 (Januar 1908) · p. 19

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 1 (Januar 1908)
Article
Die israelitische Erziehungsanstalt zu Ahlem
Date
1908-01-01
Page
19 (sequence 3)
Language
German
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Die Israelitische Erziehungsanstalt Zu Ahlem. 19 jüdische Knaben neben anderen Lehrgegenstäuden auch Gelegenheit hätten, frühzeitig Handfertigkeiten aller Art zu erlangen und Liebe Zu Garten- und Ackerbau zu gewinnen und sich für diese Berufszweige vorzubereiten. Um diesen Gedanken zur Ausführung Zu bringen, opferte er für die Erwerbung eines unweit des Schwefel- und Soolbades Limmer-Brunnen bei Hannover gelegenen großen Areals von 50 Morgen eine sehr ansehnliche Summe und errichtete daselbst eine Anstalt, in der schulpflichtige Knaben neben dem vorschriftsmäßigen Volksschulunterricht sich mit Handsertigkeitsarbeiren und den Anfängen der Bodenkultur vertraut machen und durch allerhand Leibesübungen zu gesunden und kräftigen Menschen heranwachsen, um dann in den Berufen die man vorzugsweise als „produktive" Zu bezeichnen pflegt. Tüchtiges zu leisten. Dabei waren er, sowie Alphm s Jacobson und mehrere andere Glaubensgenossen, die Simons Werk sofort tatkräftig unterstützten, von Anfang an von der Ueberzeugung durchdrungen, daß die Ahlemer Anstalt ihren Zweck nur erfüllen könne, wenn sie nicht nur das Werk einzelner Menschenfreunde bleiben, sondern von zahlreichen israelitischen Gemeinden gefördert und weiter ausgebaut würde. Daß alle deutschen Juden ein Jnteresie daran haben, die Kinder unbemittelter Glaubensgenossen nicht dem mehr und mehr eingeschränkten Kleinhandel und Hausierertum anheimfallen zu lassen, daß aber auch solche Kinder wohlhabender Eltern akademischen Berufen nur dann zugeführt werden dürfen, wenn sie dazu die unerläßliche Neigung und Begabung besitzen, wurde nicht sofort erkannt. Moritz Alexander Simon ist rastlos bestrebt gewesen, seine Glaubensgenossen durch Wort und Schrift davon zu überzeugen, und er hat fast vom Anfang seines Werkes bis zu seinem tragischen Ende vorzugsweise durch den Centraloerein deutscher Staatsbürger die tatkräftigste Unterstützung gefunden. Dem inzwischen zum Generalsekretär des Central-Bereins berufenen Unterzeichneten wurde es möglich, bereits in dem 2. Hefte des neubegründeten Vereinsorgans „Im deutschen Reich" im August 1895 einen sich auf die vorerwähnten Leipziger Verhandlungen gründenden Artikel „Die Erziehung der jüdischen Jugend zum Handwerk und zur Bodenkultur" zu veröffentlichen, den Konsul Simon dann als Sonderabdruck in vielen Tausenden von Exemplaren als Werbeschrift für die Ahlemer Anstalt verbreitet hat. Simon verfaßte dann selbst zu

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