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Im deutschen Reich · 1908-01-01 · Heft 1 (Januar 1908) · p. 20

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 1 (Januar 1908)
Article
Die israelitische Erziehungsanstalt zu Ahlem
Date
1908-01-01
Page
20 (sequence 4)
Language
German
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20 Im deutschen Reich. dem gleichen Zweck die Flugschrift: „Sollen sich Juden in Deutschland dem Handwerk, der Gärtnerei und der Landwirtschaft widmen?* und er hat später auch auf Grund seiner langjährigen Erfahrungen sehr beherzigenswerte „Praktische Vorschläge zur Organisation der Auswanderung" veröffentlicht, wobei er den Nachweis zu führen suchte, daß die von ihm angebahnie Erziehungsmethode nicht nur für Auswandernde, sondern auch für die im Vaterlande Bleibenden die Grundlage zur besten und dauernden Hilfsaktion bilde. Bereitwilligst erfüllte der Vorstand des Central-Vereins seinen Wunsch, ihn in einer zu diesem Zweck besonders anberaumren allgemeinen Vereinsversammlung einen Vortrag über das Thema „Die Erziehung der israelitischen Jugend zur Bodenkultur und zum Handwerk — eine soziale Frage" halten zu lassen. Niemand ahnte in jener am 22. Februar 1904 abgehalrenen, zahlreich besuchten Versammlung, die der Ahlemer Anstalt wesentlichen Nutzen brachte, daß die deutsche Judenheit die beiden ihr so werten Menschenfreunde A. M. Simon und Alphons Jacobson, den Gründer und den Mitbegründer der Ahlemer Anstalt, die sich an jenem Abend im Cemral-Verein trafen, schon vor Ablauf eines Jahres schmerzlich vermissen würde! Nach dem am 29. Januar 1905 erfolgten Hinscheiden Simons wurde seinen Manen in dieser Zeitschrift durch die Worte der wohlverdiente Dankeszoll gebracht: „Wir Juden sollen unseren großen Männern keine Bildsäulen errichten; wir ehren sie am besten, wenn wir das, was sie schufen, erhalten, ausbauen und vollenden. Wenn die Lieblingsschöpfung des uns zu früh entrissenen unvergeßlichen Menschenfreundes, durch welche die jüdische Jugend möglichst dem Handwerk und der Bodenkultur Zugeführt und die antisemitische Verleumdung der Abneigung gegen produktive Arbeit widerlegt wird, sich zu einer Lieblrngswerkstätre der Gesamtheit aller deutschen Juden umwandelt, dann wird „Ahlem" ein Ruhmesdenkmal für Alexander Moritz Simon und zugleich für die dankbare Gesinnung der deutschen Juden werden!" Noch am Tage der Beisetzung traten die anwesenden Kuratoren und Vorstandsmitglieder der Erziehungsanstalt Ahlem zu einer Sitzung zusammen, in der einhellig der Wille zum Ausdruck kam, die Fortführung und Weiterentwicklung der in der Anstalt verkörperten Ideen mit allen Kräften zu verfolgen. Der Bericht über die ordentliche Sitzung des Kura-

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