Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1907)
- Article
- Berlin
- Date
- 1907-12-01
- Page
- 700 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316753-2316765-2339173--17120-2339281- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
700 Im deutschen Reich, stellung erörtert wurde, in wirkungsvoller Weise vorgetragen hatte, ergriff JustiZrat vr. Horwitz das Wort, um im Namen des Ehrenkomitees und jener Kreise, die das Unternehmen moralisch und finanziell förderten, die Tragweite desselben vom Standpunkte der deutschen Judenheit Zu beleuchten. Die Ausstellung jüdischer Künstler wurde nach dem Vorbilde einer analogen Veranstaltung in London organisiert und wird iw Januar nach Kopenhagen übertragen, wo der dortige „Jndustrieverein" sämtliche Kosten derselben übernommen hat. Sie bietet einen Ueberblick über das Schaffen der jüdischen Maler und Bildhauer in allen Kulturländern. Neben einer Kollektion Josef Israels findet man in derselben Gemälde von Camille Pissaro, Leop. Horowitz, LesserIInj, S. Hirsch enberg, Solomon I. Solomon, Prof. Benno Becker, Skulpturen von Mark Autokolski, Elias Günzburg, Sandor Jaray, Israel Ruchomowsky und Werke von etwa 60 anderen Künstlern. So bildet die Veranstaltung einen glänzenden Beleg dafür, daß die Juden im Gegensätze zu den antisemitischen Behauptungen aus dem Gebiete der Kunst sich betätigen wie andere Kulturnationen. Ueberaus interessant ist auch die reichhaltige Abteilung jüdischer Altertümer, für welche die Synagogen von Berlin, sowie die jüdischen Museen von Hamburg und Wien wertvolle Objekte beigesteuert haben. Die in einer langen Reihe von geschmackvoll ausgestatteten Räumen untergebrachte Ausstellung bietet einen imposanten Anblick und erweckt das lebhafteste Interesse des Berliner Publikums. (Wie uns das Ausstellungskomiree mitteilt, ist für alle Mitglieder des „Central-Vereins deutscher Staatsbürger j. Gl." eine Ermäßigung des Eintrittspreises festgesetzt worden. Gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte bezahlen diese statt 1 Mk. nur 0,50 Mk. Entree. Die Ausstellung ist wochentags von 10—7, Sonntags von 12—6 geöffnet). — Aus Grund seines letzten Flugblattes, das sich mit dem § 175 und der Hofgesellschaft beschäftigt und eine Fülle von Majestätsbeleidigungen enthält, ist der von den Behörden schon früher für unzurechnungsfähig erklärte Graf Pückler- Klein-Tschirne am 21. November mittags wegen offenbarer „Gemeingesährlichkeit" aus dem Hotel Prinz Albrecht Zwangsweise nach Dalldorf geschafft worden. Das erwähnte Flugblatt wurde auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft beschlag-