Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1907)
- Article
- Berlin
- Date
- 1907-12-01
- Page
- 701 (sequence 10)
- Language
- German
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KürrbworroerrzbÄ, nahmt; seine Verbreiter werden sich wegen Majestätsbeleidigung zu verantworten haben. Bei dem Drucker des Flugblattes und dem Leiter der nicht mehr erlaubten früheren Pückler-Versammlungen haben Haussuchungen stattgesunden. Wenn die Behörden aus unsere Eingaben, in denen wir nach den schlimmsten Aufreizungen wiederholt aus die Gemeingefährlichkeit des Grafen Pückler eindringlich hingewiesen haben, bereits vor längerer Zeit Rücksicht genommen und nicht erst auf den Nachweis dieser Gefährlichkeit durch die letzten Verfehlungen des Grafen gewartet hätten, dann wären die Majestätsbeleidigungen unmöglich gewesen. X Ratibor, 11. .November. Die gestern Nachmittag hier im Brunkschen Saale abgehaltene Zahlreich besuchte Central- Bereins - Versammlung eröffnete Herr Fabrikbesitzer Adolph Schück mit einer Begrüßungsansprache. Hierauf hielt Herr Rechtsanwalt Hugo Sonnenseld aus Berlin einen Vortrag über das Thema „Wege und Ziele des Central-Vereins". Der Redner, dessen Ausführungen wiederholt durch lebhaften Beifall unterbrochen wurde, bezeichnete als die hauptsächlichste Aufgabe des Central-Vereins, den Kamps gegen den Antisemitismus in jeglicher Gestalt und gegen jede Zurücksetzung der Juden zu führen. An der Hand von Zahlreichen Sätzen aus dem biblischen und talmudifchen Schrifttum wies Redner überzeugend nach, daß die mannigfachen Versuche, die Ethik des Judentums als minderwertig hmzustellen, völlig haltlos seien. Daß auch die praktische Betätigung der Lehren der Religion auf der gleichen Höhe wie die Lebensführung der Deutschen christlichen Bekenntnisses stehe, beweise die Kriminalstatistik. Der Central - Verein sei ein Verein deutscher Staatsbürger, der die Liebe Zuw Vaterlande, die Treue Zu Kaiser und Reich von seinen Mitgliedern fordere; sein Kamps gelte nur dem Antisemitismus, und keiner andern Partei, welchen Namen sie auch führe. In den weiteren Ausführungen kennzeichnete der Redner die unwahrhafte Gesinnung derer, die aus materiellen Gründen dem Judentum den Rücken kehren; er Zeigte die Unzulässigkeit ihres Charakters. Man möge sich solchen Leuten gegenüber oorsehen, sie könnten ja „im übrigen" anständig seien, aber dorthin, wo man Zuverlässigkeit braucht, gehörten sie nicht. An einer Reihe von Beispielen Zeigte der Redner, wie der Verein Uebelständen entgegentritt, wie er mit seinem Namen Beschwerden einzelner deckt und so neben Mißerfolgen fortschreitend größere Erfolge