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Im deutschen Reich · 1907-12-01 · Heft 12 (Dezember 1907) · p. 695

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 12 (Dezember 1907)
Article
Berlin
Date
1907-12-01
Page
695 (sequence 4)
Language
German
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Korrespondenzen. 695 deutschen Ortsgruppe Posen, war es, das das Verhalten der Deutschnationalen bei der Wahl getadelt hatte." — In dem Organ des Kyffhäuser-Verbandes der Vereine Deutscher Studenten, den »Akademischen Blättern" hat Or. Haenisch den cand. ■theol. G. Horstmann angegriffen, weil dieser die These verfochten hat, daß jeder, der sich für national ausgibt, dafür auch gehalten werden müsse, bis er den Beweis des Gegenteils liefert. Diesen Standpunkt vertritt Horstmann auch in einer am 1. November veröffentlichten Entgegnung und sagt dabei: »Was den Antisemitismus angeht, so will ich nicht mit Ihnen darüber streiten, ob die Juden ein unentbehrliches Kulturelement für uns sind. Das sind sie wohl nicht. Aber sie sind da, und wie ich mich über jedes schöne Bild freue, auch wenn Liebermann es gemalt hat, so freue ich mich auch über jeden, der deutschen Handel ausbreiten und vergrößern hilft, auch wenn er ein Jude ist. Wie aber sollen wir uns den Juden gegenüber verhalten? Zunächst bemerke ich, daß ich nicht gesagt habe, wie Sie es mir unterschieben , daß wir jeden Juden, der Mitarbeiten will an der Größe unseres Vaterlandes, als gleichberechtigt anerkennen sollen, sondern ich habe gesagt, daß wir überall da, wo wir Mitarbeit annehmen, den, der sie leistet, als gleichberechtigt anerkennen müffen. Und dabei bleibe ich. Mir scheint also folgende Alternative sich zu ergeben: entweder wir sind exklusive Antisemiten und wollen die Gleichberechtigung der Juden als solche bekämpfen; dann aber dürfen wir auch nicht mit ihnen Zusammenarbeiten, müssen als ehrliche Menschen ihre Mitarbeit ablehnen. Oder wir sind nicht exklusive Antisemiten und nehmen die Mitarbeit an nationalen Aufgaben auch von Juden an, also wohlgemerkt, nicht das Judentum als Ganzes, sondern die einzelnen, die wirklich Mitarbeiten wollen. — Das ist die Alternative, und ich entscheide mich für das letztere, wobei selbstverständlich alle die Juden, die nicht die nationalen Interessen den speziell-jüdischen Jntereffen überordnen, auch für mich zu bekämpfen bleiben." — Der Verband der deutschen Juden hat zu der Tagung in Frankfurt a. M., von der im vorigen Hefte berichtet worden ist, den Teilnehmern eine Denkschrift als Festgabe überreicht, die der erste Schriftführer des Verbandes, Justizrat Breslauer, ausgearbeitet hat und die, betitelt: »Die Zurücksetzung der Juden im Justizdienst", über die Beförderungsverhältniffe der

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