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Im deutschen Reich · 1907-12-01 · Heft 12 (Dezember 1907) · p. 679

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 12 (Dezember 1907)
Article
In eigner Sache
Date
1907-12-01
Page
679 (sequence 2)
Language
German
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In eigner Sache. 8-79 konventioneller Höflichkeit, sondern ein wahres Herzensbedürfnis ist, diese Anteilnahme in dem Wunsche zum Ausdruck zu bringen, daß Gottes sichtbare Gnade auch weiter über der Lehranstalt walten möge. Was uns das Herz bewegt und diesen Wunsch eingibt, ist mehr als die bloße ideale Freude an der Wissenschaft und die Sympathie für ihre Hüter und ihre Jünger. Wir sind uns bewußt, daß die Anstalten, in denen jüdische Wissenschaften gepflegt und das Wissen vom Judentum genährt wird, welcher Richtung sie auch angehören mögen, ob einer strenggläubigen oder einer freisinnigen, eine hohe und bedeutungsvolle Mission zu erfüllen haben und daß ihr Wirken und Schaffen nicht blos der Wissenschaft und der Religionsgemeinschaft, sondern auch dem Vaterlande und der gesamten Kulturgemeinschaft zu gute kommt. Wir vom Eentral-Berein sind, je länger, je mehr von dem Gedanken durchdrungen worden, daß wir bei unfern Bestrebungen nicht der Hülfe entraten können, die uns die Wissenschaft des Judentums und vom Judentum gewährt. Wir haben uns im Central-Berein in sturmbewegter Zeit, wo Haß und Abfall an den Grundfesten des Judentums rüttelten, wo Antisemitismus und Renegatentum wie zwei Meeresbrandungen den Fels des Judentums umstürmten, zusammengefunden, um die Juden zu sammeln und zu kräftigen in der Treue zur Glaubensgemeinschaft neben der Treue zum Vaterlande. Abwehr verlangt Kenntnis und Treue. Nur die Wissenschaft kann uns das Rüstzeug geben, um im Kampfe zu bestehen. Wer das Judentum kennt, der wird es achten, und wer sich erfüllt mit seinem Geiste, seiner Lehre und seiner Geschichte, der wird dessen inne werden, daß man von ihm nicht abzurücken braucht, um seinem Vaterlande ein getreuer Sohn zu sein. Deshalb sind uns die Stätten, in denen jüdisches Wissen gepflegt und das Wissen vom Judentum gemehrt wird, die willkommenen Arsenale in dem uns aufgedrungenen Kampfe, und die Hüter und Jünger der Wissenschaft sind uns willkommene Genossen, die unsere Waffen mit Kraft erfüllen. Wir brauchen diese Waffen nicht znm Angriff, sondern zur Verteidigung. Wir sind nicht der Meinung, daß der Kampf gerade natur-

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