Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1907)
- Article
- In eigner Sache
- Date
- 1907-12-01
- Page
- 680 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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680 Im deutschen Reich. notwendig ist, daß wir vielmehr die großen Zustände der Lebens, in die uns mehr das Geschick als die Wahl hineingestellt, Familie, Vaterland und Glaube, überhaupt gegeneinander nicht abwerten und gegeneinander nicht ausspielen dürfen; denn jeder darf und soll sagen, daß er die besten Eltern, das beste Vaterland und den besten Glauben hat. Wenn aber unsere Religion und unsere Ethik von unfern Gegnern abgewertet wird, so sollen wir um unserer Väter Ehre und um unserer eigenen Ehre willen den Kampf aufnehmen und im Lichte der Wahrheit den Nachweis führen, daß die Religion, die der Welt die Offenbarung, das Sittengesetz, die alles umfassende Nächstenliebe gegeben und die zum ersten Mal den Grundsatz aufgestellt hat, daß wir das menschliche Leben immer dem göttlichen zustrebend gestalten, rein und heilig werden sollen, nicht unmoderner und unethischer ist als irgend eine andere und daß wir kein Gesetz und keinen Grundsatz haben, der vor dem Richterstuhle modernsten Empfindens nicht bestehen könnte. Durch Kampf zur Wiffenschaft, zur Wissenschaft zur Treue, die über das Ende des Kampfes hinausreicht. Den Verband der deutschen Juden beherrschen ähnliche Empfindungen; er will das geistige Band sein, das die verschiedenen Organisationen "und die geistigen Kräfte des Judentums zu gemeinsamer, planmäßiger Arbeit vereinigt, damit die Gleichberechtigung durchgeführt und das Judentum erhalten und gekräftigt wird. Ist unser Stamm ein Volk des Buches, so müssen die Hüter des Buches natürlich seinem wärmsten Interesse begegnen. Zu dem Programm des Verbandes, das ich die Ehre hatte, vor zwei Jahren vor der Hauptversammlung zu entwickeln, gehört es, daß er aufkiärende und apologetische Schriften in die Lande sendet, welche über das Wesen des Judentums und über die Ethik Aufschluß geben sollen. Wird diese Aufgabe erfüllt, wird das Wesen des Judentums voll erkannt werden, dann wird der Antisemitismus, der im philosophisch-ethischen Gewände einhergeht, ebenso verschwinden, wie der Antisemitismus der Straße. Uns allen drei Institutionen, dem Verband, dem Central-Verein und der Lehranstalt, ist gemeinsam, daß