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Im deutschen Reich · 1907-11-01 · Heft 11 (November 1907) · p. 629

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 11 (November 1907)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1907-11-01
Page
629 (sequence 9)
Language
German
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Umschau. 629 geeignet, den Glauben an die Enthüllungen zu vernichten, sondern eher dazu angetan,die VerschlechterungdesVerhältnisses zwischen der sächsischen Regierung und den Konservativen noch offenkundiger zu machen. Noch deutlicher wird die Sachlage durch die in dem offiziellen Bericht über die konservative Landesversammlung enthaltene Rede des Geheimen Hofrats Opitz, in der es heißt: „Dennoch wird unsere konservative Partei gegenwärtig von der Sozialdemokratie sowie dem Linksliberalismus geradezu fanatisch und mit Mitteln angefeindet, die sich in bezug auf Gehässigkeit bei beiden Parteien nichts herausgeben. Tritt, wie es gegenwärtig fast den Anschein hat, nun auch noch die Regierung gegen den Konservatismus auf den Plan, so kann es wohl geschehen, daß in einiger Zeit die Mehrheit des Konservatismus im Landtage in eine Minderheit verwandelt wird."" Daran schließt sich die flehentliche Bitte an die Regierung, sich nicht von einer Partei zu trennen, die sich so hervorragende Verdienste um das Land wie um die Krone erworben habe. Mit Recht verweist das „Berl. Tageblatt"" darauf, daß die Dinge in Preußen ebenso liegen, und daß, wenn Fürst Vülo w einen festen Willen öffentlich bekunden wollte, „das sich jetzt so rabiat gebärdende ostelbische Junkertum ganz andere Saiten aufziehen würde." Ueber die Notwendigkeit einer liberalen Gesetzgebung ist man sich in den weitesten Kreisen des deutschen Volkes klar, ebenso darüber, daß die Regierung, wenn sie damit Ernst machen will, hinreichende Unterstützung im Volke finden wird. Aber wenn sie nicht gleichzeitig eine sich dem Geiste einer liberalen Gesetzgebung unpassende Verwaltung schafft, wenn nicht die Handhabung der Justiz diesem Geiste völlig entspricht, würde schließlich doch alles beim Alten bleiben. Vor allem ist der feste Wille der Regierung nötig, bei jeder Gelegenheit, bei der von rückschrittlicher Seite Rücksicht auf die doch nur künstlich erzeugten Strömungen im Volksleben verlangt wird, kurz und bündig zu erklären, daß sie für eine verfaffungswidrige Jmponderabrlien-Wirtschaft nicht mehr zu haben ist, daß nur Verfassung und Gesetz ihr als Richtschnur dienen könnten und würden. Sie sei nicht dazu da.

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