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Im deutschen Reich · 1907-11-01 · Heft 11 (November 1907) · p. 628

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 11 (November 1907)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1907-11-01
Page
628 (sequence 8)
Language
German
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628 Im deutschen Reich. Für uns sind diese konservativen Größen selbstverständlich keine Juden; wenn das konservative Blatt aber sich auf den antisemitischen Rassenstandpunkt stellt, was häufig genug der Fall ist, dann hat die Frage der „Freisinnigen Zeitung" immerhin eine gewisse Berechtigung. Dem Reichskanzler Fürsten Bülow kann es in keiner Weise Zweifelhaft sein, daß er weder an den Politikern der Tivoli-Konservativen noch an den Antisemiten Liebermannscher Observanz eine hinreichende Stütze gegen seine sozialdemokratischen und ultramontanen Gegner finden kann, die durch die gegen seine Person gerächt ten offenen und versteckten Angriffe fast täglich beweisen, daß sie seine Beseitigung dringend wünschen. Ohne einen kräftigen Ruck nach links wird es nicht abgehen, wenn der Block, der ihn hält, nicht abbröckeln soll. Eine Gefahr ist bei einem Ruck nach links nicht Zu befürchten, denn die nationalliberale Partei ist durch ihre Prinzipien daran gebunden, dem Kanzler bei dem Kampf gegen ,Schwarz- Rot" durch Dick und Dünn zu folgen, die gesamten links stehenden Parteien sind außerdem davon überzeugt, daß die jetzige Staatsleitung nicht wehr mit dem Zentrum paktieren kann, die antisemitischen Fraktionen aber nur irgend eine Bedeutung haben, wenn man diese ihnen aus unbegreiflicher Zaghaftigkeit beilegt, auch die angebliche Macht der Konservativen nur vorhanden ist, wenn die Regierung ihnen den ganzen Verwaltungsapparat zur Verfügung stellt. Das hat sich in den letzten Wochen im Königreich Sachsen gezeigt, wo die gründlich zurechtgewiesenen sächsischen Konservativen reumütig sich zu dem Eingeständnis bequemten, daß sie sich nicht auf den Beinen halten könnten, sobald ihnen die offiziellen Krücken genommen würden.. Wir lassen es dahingestellt, wie weit die Enthüllungen des Herrn, v. Nostiz über eine angebliche „Nebenregierung der konservativen Partei" in Sachsen begründet war. Die Aeußerung des Kreishauptmanns Dr. Rumpelt, es habe keine selbstsüchtige oder eigennützige Beeinflussung seitens der konservativen Fraktion oder einzelner Abgeordneten, sondern höchstens Zuweilen eine den Beamtenkreisen unwillkommene Anregung zu einem abgekürzten Verfahren stattgefunden, war nicht

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