Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 11 (November 1907)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1907-11-01
- Page
- 627 (sequence 7)
- Language
- German
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Umschau. 627 (jüdischen) Börse so sehr übertrieben wird, wie das in Hamburg geschehen ist." Dazu bemerkt die »Frankfurter Zeitung" treffend: »Diese mit einer Belehrung über Ehrlichkeit schließende Auslassung des konservativen Blattes ist das Unsachlichste, was über die Gestaltung der Börsengesetzgebung geschrieben worden ist. Es wird darin gedroht, daß die Frage der Börsengesetzreform gewissermaßen als Judenfrage behandelt werden soll, und es wird so dargestellt, als ob die Regierung nur dem Einfluß der Freisinnigen und der Juden folgend, sich zu der Reform entschließe. Sollte diese Leistung der „Kreuzzeitung" die Taktik eines erheblichen Telles der konservativen Partei andeuten, so erwächst dem Reichskanzler allerdings für diesen Teil seiner Blockpolitik eine sehr schwierige Aufgabe, und es würde sich bestätigen, was wir wiederholt gesagt haben, daß die Schwierigkeiten für die sogenannte Blockpolitik Bülows hauptsächlich auf der Rechten liegen". — Im Verlaufe der erwähnten Auseinandersetzungen hatte die' „Kreuz- Zeitung" auch die sonderbare Behauptung aufgestellt, daß die politischen Talente unter den Juden sehr selten seien; ein produktives Talent, eine Führernatur sei nicht unter ihnen; ihr Einfluß sei lediglich ein zersetzender und vernichtender. Dies veranlaßte die „Freisinnige Zeitung" zu der nachstehenden Auslassung: „Wir haben sofort auf den Juden Stahl, den Gründer der konservativen Partei, hingewiesen, von dem die „Kreuzzeitung" doch am allerwenigsten behaupten wird, daß er „zersetzend und vernichtend" gewirkt hat. Es mag aber auch noch bemerkt werden, daß es mehrere Juden gegeben hat, die in der christlichen Kirche in dem Sinne der „Kreuzzeitung" Großes geleistet haben. Dazu gehört beispielsweise Aug. Ne and er, der Begründer des neueren Pietismus, also sicher ein Mann nach dem Herzen der „Kreuzzeitung" (-s 1850), jedenfalls bedeutend als Kirchenhistoriker. Von jüdischer Abstammung ist auch Spitta, von dem einige der schönsten neueren Kirchenlieder stammen (f 1859). Zu nennen ist weiter Philippi (f 1882), der sich uw die protestantische Orthodoxie große Verdienste erworben hat. Don der den Juden Zugeschriebenen Neigung zur Kritiksucht hat er sich ganz freigehalten. Alle Glaubenssätze, die sonst längst als unhaltbar erwiesen waren, hat er zäh verteidigt. Wie denkt die „Kreuzzeitung" über diese Juden?" —