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Im deutschen Reich · 1907-11-01 · Heft 11 (November 1907) · p. 625

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 11 (November 1907)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1907-11-01
Page
625 (sequence 5)
Language
German
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Umschau. 625 der anfangs Oktober in Wiesbaden stattfand, nicht ergeben. Unter allgemeiner Zustimmung hat der Abg. Bassermann dort gesagt: „Es erhebt sich die Frage, wie lange wird die Blockpolitik wohl dauern? Warten wir nur ab. Das muß man überhaupt im politischen Leben immer wachen. Der Block wird so lange dauern, als eine verständige liberale Politik gemacht wird. Das gilt auch für die Konservativen, die Verständnis für die Lage haben müssen, denn auch sie müssen erkennen, daß dem Fortschritt die Zukunft gehört/ Das ist verständlich genug; daß aber schon vorher in Kassel Professor Sunkel, ohne Widerspruch von seiten seiner Partei zu erfahren, die nachstehende Losung ausgeben konnte, läßt jedenfalls tiefer blicken: „Für uns Nationalliberale ergibt sich eine unzweideutige politische Aufgabe: Kampf gegen Zentrum und Antisemiten bis zur Vernichtung, Kampf gegen Konservative und Freikonservative bis zur Verständigung/ In einer längeren Darlegung in den „Deutsch-Sozialen Blätter:/ hat-sich der als Vertreter des Kasseler Wahlkreises zunächst betroffene deutsch-soziale Reichstagsabgeordnete Amtsgerichtsrat Lattmann mit dem nationalliberalen Professor Sunkel auseinanderzusetzen versucht. Er gibt dabei zu, daß eine ruhigere und sachlichere Behandlung der Judenfrage in dem antisemitischen Parteiorgan' angezeigter sei als die jetzige fanatische Kampfweife, führt aber gegen die Berufung Sunkels auf „die Weltanschauung eines Herder, Kant und Goethe" nichts weiter ins Feld als einzelne in dem bekannten „Antisemiten-Katechismus" zusammengestellte, aus dem Zusammenhang gerissene, gegen die Juden gerichtete unfreundliche Aussprüche der drei Geistesheroen, die bei andern Gelegenheiten sich über Juden und Judentum ganz anders geäußert haben. Lattmann beruft sich auch darauf, daß ein hessischer nationalliberaler Abgeordneter einmal gesagt habe, der Antisemitismus sei die natürliche Folge des gesteigerten Nationalgefühls. Das ist er auch, wenn man diesen Ausspruch so auffaßt, daß es sich dabei nur um eine Steigerung handelt, die als eine krankhafte Ueberreizung beinahe nur pathologisch aufzufassen ist und eine gründliche Kur als dringend nötig erscheinen läßt.. Obgleich die treffenden Ausführungen Sunkels über eine Reform des Börsengesetzes im schroffsten Widerspruch mit dem deutsch-

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