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Im deutschen Reich · 1907-11-01 · Heft 11 (November 1907) · p. 623

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 11 (November 1907)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1907-11-01
Page
623 (sequence 3)
Language
German
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Umschau. 623 öffentlich erklärte, daß auf seine persönliche Anregung hin die Regierung beschlossen habe, gegen etwaige antisemitische Wühlereien in Baden sofort Maßnahmen zum Schutze des konfessionellen Friedens zu ergreifen. In seinem Lande konnten unter seiner Regierung Juden Richterämter bekleiden, Verwaltungsstellen erlangen, Zu Mittelschullehrern, Zu ordentlichen Professoren ernannt werden; durch eine freisinnige Kirchenverfassung erhielten ihre Rabbiner und Vorstände eine Stellung, die deutlich beweist, daß die badische Regierung fern davon ist, das Judentum als minderwertig Zu behandeln. Das alles dankte man dem Träger der badischen Krone, der seinen Edelsinn auch dadurch bewährte, daß er als der einzige regierende Fürst bei der Sammlung für die Opfer der russischen Greuel eine Gabe spendete und auch für das Zionistische Bestreben, so weit es darauf abzielt, den aus ihrem Vaterlande vertriebenen Juden eine neue Heimstätte zu ver-' schaffen, seine Sympathie bekundete. So lebt dieser Edle fort in dem Gedächtnis Vieler, jeder Zoll ein Fürst und ein Mensch, dem nichts Menschliches fremd war! Der im besten Sinne Nation alliberale Fürst hat sich in dieser Weise Denkmäler, dauernder als Erz, gefetzt; daß aber bald nach seinem Hinscheiden einem der besten Führer der deuts chen, Natronalliberalen Rudolf von Bennigsen, ein Denkmal in Hannover gesetzt wurde, würde nur als ein rein zufälliges Zusammentreffen der Ereignisse anzusehen sein, wenn nicht auch sonst Anzeichen vorhanden wären, die zu der Hoffnung berechtigen, daß neuerdings unter den Nationalliberalen bei der Notwendigkeit, den liberal-konservativen Block zu einer festeren Stütze der Reichsregieruug zu machen, endlich die Erkenntnis sich Bahn bricht, daß das Heil ihrer Partei nicht von einer chauvinistischen Ueberspannung des nationalen Gedankens, sondern vielmehr davon abhängt, daß sie das, was „echte nationale" Gesinnung ist, so auffassen, wie es Großherzog Friedrich I. von Baden, Rudolf von Bennigsen, Gneist, Bamberger und andere Patrioten von zweifellos kerndeutscher Gesinnung aufgefaßt haben. Unter dem Titel „Nationalliberal" hat kürzlich Professor E. Sunkel eine „Ansprache an die Nationalliberale Jugend Cassels" veröffentlicht, eine politische Kundgebung, deren Spitze sich

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