Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 11 (November 1907)
- Article
- Die zweite Hauptversammlung des Verbandes der deutschen Juden
- Date
- 1907-11-01
- Page
- 610 (sequence 4)
- Language
- German
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61.0 Jur demschbrr Reich. nachweisbare und planmäßige ist. Daraus ergab sich die Abfassung von Denkschriften an die JustiZminister mehrerer Einzelstaaten in Angelegenheiten der Schöffen- und Geschworenen- Auswahl, ferner die Fertigstellung der Denkschrift betreffend die Zurücksetzung der Juden iw Justizdienst, während ein entsprechender Schritt hinsichtlich des Heeresdienstes noch nicht eine uns genügende Grundlage gefunden hat. Die von Herrn Justizrat Breslauer mit gar nicht genug anzuerkennendem Fleiße fertiggestellte Denkschrift über die Zurücksetzung der Juden im Justizdienst befindet sich in Ihren Händen. Der Ausschuß hat beschlossen, dieselbe an die Behörden zu versenden. Sie finden ferner in dem Ihnen überreichten neuen Geschäftsbericht unsere an den Bundesrat gerichtete Denkschrift betreffend die Sabbathruhe, welche darauf abzielt, unfern traditionellreligiös lebenden Glaubensgenossen auch bei verschärfter Sonntagsruhe die Erfüllung ihrer religiösen Pflichten zu ermöglichen- In 18 Sitzungen haben wir in treuer Mitarbeit mit dem Deutsch-Israelitischen Geweindebunde zunächst die erste Lesung eines Gesetzwurfes für uns durchberaten. Im November hoffen wir die zweite Lesung fertigzustellen, um sie sodann den Gemeinden zur Begutachtung vorzulegen. Hoffen wir, .daß daraus zunächst für Preußen ein Gesetz entstehe, welches der Idee der Zusammenfassung der Juden Rechnung trägt, und aus diesem Gedanken heraus das Fortbestehen namentlich leistungsschwacher kleiner Gemeinden ermöglicht. Neben diesen Arbeiten, welche in gleicher Weise vor der Bildung des Verbandes nicht geleistet werden konnten und jedenfalls nicht geleistet worden sind, gedenke ich der stilleren Arbeit unserer Schächtkommission, der mit dem Gemeindebund gemeinschaftlich gebildeten Kommission zur Ueberleitung in die Verhältnisse des neuen preußischen Dolkschulgesetzes und der schwierigen Anfänge der Arbeiten unserer literarisch-apologetischen Kommission, welche nach einem Beschlüsse des Gesamtausschusses dahin nutzbar gemacht werden soll, daß sie sich zu einer Zentralstelle ausbildet, welche die apologetische Tätigkeit der vorhandenen Vereine organisiert und die Errichtung neuer Organe, wo die vorhandenen nicht ausreichen, fördert. (Lebhafter Beifall.) Es ergreift sodann das Wort Geh. Regierungsrat Prof. Dr. C oh en-Marburg zu seinem Vortrag über religiöse Postulats.