Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 11 (November 1907)
- Article
- Jüdische Umtriebe in Schweden
- Date
- 1907-11-01
- Page
- 603 (sequence 3)
- Language
- German
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„Jüdische Umtriebe in Schweden". 603 kommt tatsächlich vor, daß der Hunger den einen und den anderen Mittel und Wege ergreifen läßt, die vor dem Forum der Moral nicht bestehen können. Aber das kommt bei den Armen aller Länder und aller Konfessionen vor, ohne daß über die Gesamtheit eines Volkes der Stab gebrochen wird. Und wenn„Upplandsposten" nur auf dieseUnglücklichen aus Rußland ihrAugenmerk richtet, scheint sie zu vergessen, daß wir noch andere unbequeme Gäste bei uns haben, z. V. polnische Arbeiter u. a. m. Aber von Interesse dürfte die Mitteilung sein, daß unsere Behörden, die ihres Amtes walten müssen, dies nur mit schwerem Herzen tun. Es würde mich zu weit führen, wollte ich den Inhalt meiner Unterredungen über die russisch-jüdische Kolonie mit dem jetzigen Minister in Madrid, dem Baron Schönfeld, dem PoliZeiches Hintze u. a. Mitteilen. Soviel kann ich aber sagen, daß diese Herren von tiefstem Mitleid für diese Unglücklichen erfüllt sind. Noch mehr, und das ist bezeichnend für den schwedischen Charakter: unter den russischen Flüchtlingen gibt es eine Anzahl tüchtiger Handwerker, wie Schuster, Schneider, Bäcker, Schornsteinfeger usw., und es ist geradezu rührend, zu sehen, wie christliche Arbeitgeber in der humansten Weise sich ihrer annehmen und nicht genug Worte des Lobes haben über die Mäßigkeit und den Fleiß dieser Arbeiter. So verhält es sich mit den Umtrieben der jüdisch-russischen Kolonie hier in Stockholm. Für dieses „niedere Bild" hatte Herr Hans Hertwig wenigstens eine Quelle. Freilich eine trübe. Desto besser. Im Trüben ist gut fischen, und das hat er weidlich getan. — Für den Zweiten Teil seines Artikels gibt er indes wohlweislich keine Quelle an. Hier schöpft er wohl aus der „Tiefe seines Bewußtseins", um das ich ihn aber wahrlich nicht beneide. Ich sage es kurz: an all dem Gerede des Herrn H. ist kein Wort wahr. Er schreibt: „Die Lehrstühle der Aesthetik und Literaturgeschichte sind mit Juden besetzt: in Upsala mit obengenanntem Schück, in Stockholm mit Prof. Marburg, den sie ebenfalls in die Akademie hineinzwingen wollen, sowie dem jungen jüdischen Fanatiker Levertin, dem man vom schwedischen Reichstag fast als persönliche Belohnung für seine Polemik gegen die schwedischen Klassiker eigens einen Lehrstuhl bewilligen ließ." Also das sind die Sünden der schwedischen Juden und darum sind sie ein Unglück für das Land. Ich wollte, daß man den Juden in der ganzen Welt keine andern Sünden vorhielte, als