Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1907-11-01 · Heft 11 (November 1907) · p. 602

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 11 (November 1907)
Article
Jüdische Umtriebe in Schweden
Date
1907-11-01
Page
602 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2316602-2316753-2316764-2339012--16956-2339079
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

602 Im deutschen Reich. lebe ich in Stockholm. Im Laufe dieser Jahre bin ich mit fast allen Schichten der schwedischen Bevölkerung in Berührung gekommen, und kann den Anspruch erheben, ein objektives Urteil über Land und Leute zu lallen. Und mein Urteil nach 2öjähriger Erfahrung geht dahin, daß das schwedische Volk in seiner Gesamtheit vom antisemitischen Bacillus nicht angesteckt ist und nicht so leicht angesteckt werden kann, denn das schwedische Volk ist ein ritterliches und im großen Ganzen ein wahrhaft christliches Volk. Und ein christliches Volk kann nicht hassen. Hassen kann nur die Bestie im Menschen. Wo aber die Religion ein Faktor im menschlichen Leben ist, da kommt das Göttliche im Menschen zum Vorschein, nicht aber das Tierische. Daß einzelne Individuen eine Ausnahme von der Regel machen, kommt überall vor. Eine solche Ausnahme, ein solcher Auswuchs am Organismus des schwedischen Volkes 'ist „Uppslandsposten". Aber derWahrheit die Ehre! Kaum ein Mensch kennt dieses Blättchen, kaum einer liest es. Ich habe bis jetzt nur eine Nummer, die mir anonym zugeschickt wurde, gesehen. Verleger sowohl wie Redakteur sind hier ganz unbekannte Größen. Ich habe dieses Blatt noch in keinem unserer größeren Tageblätter verschiedenster Richtung zitiert gesehen; es wird von demselben gar keine Notiz genommen. Ich kann also nicht einmal den Versuch wagen, psychologisch das Bedürfnis nach einem Schmutzblättchen in Upsala zu erklären. Vielleicht hat ein böser Zufall den Redakteur und den Verleger zu Lesern der „Staatsbürgerzeitung" gemacht und sie sind von derselben angesteckt worden. Allein der Lehre des Talmuds' gemäß, die Wahrheit von jedermann anzuhören, muß ich sagen, daß die ruffisch-jüdische Kolonie, die der „Uppslandsposten" ein Dorn im Auge ist, uns tatsächlich große Sorgen macht. Nicht etwa, daß diese Kolonie aus lauter schlechten Leuten besteht; aber es ist nicht zu leugnen, daß wir auch eine Anzahl problematischer Existenzen unter den Kolonisten haben. Da sind zunächst jüdischrussische Anarchisten, die ihre Propaganda hier betreiben sollen. Es sind diesunreifefanatischeJünglinge mit chaotisch sittlichen Begriffen, für die aber die russische Behandlung, die sie erfahren haben, mehr verantwortlich gemacht werden muß, als diese selbst. Daß sie uns recht unbequem sind, braucht wohl kaum gesagt zu werden. Wieder andere kommen zu uns, um sich durch Hausierhandel zu ernähren. Das aber ist hier gesetzlich verboten. Diese Armen führen das elendeste Leben, das man sich denken kann, und es

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.