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Im deutschen Reich · 1907-11-01 · Heft 11 (November 1907) · p. 604

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 11 (November 1907)
Article
Jüdische Umtriebe in Schweden
Date
1907-11-01
Page
604 (sequence 4)
Language
German
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604 Im deutschen Reich. daß sie Professoren der Aesthetik werden wollen. Das könnte man viel leichter ertragen, als etwa den Vorwurf, daß sie nach Christenblut lechzen. Aber darum handelt es sich hier gar nicht, sondern hier gilt es ganz einfach zu konstatieren, daß in diesem einen Satze nicht weniger als vier Unwahrheiten sind. 1. Professor Schück, der jetzige Rektor der Universität, einer der ausgezeichnetsten Gelehrten Schwedens, ist Protestant. 2. Professor Marburg ist wohl Jude, aber er bekleidet keinen Lehrstuhl der Aesthetik und hat mit der hiesigen Hochschule so wenig zu tun, wie Herr Hertwig. 3. Der Reichstag ist nicht die Behörde, einen Lehrstuhl für die hiesige Hochschule zu bewilligen, weil diese keine Staatsanstalt ist, sondern weil sie aus Privatmitteln gegründet wurde, wird sie auch aus Privatmitteln erhalten. 4. Oscar Levertin ist seit einem Jahre leider nicht mehr Professor; denn im September vorigen Jahres hat uns der Tod diesen genialen Dichter und Gelehrten, diesen edlen Menschen, geraubt. Diesen herrlichen Mann, an dessen Bahre das ganze Land getrauert hat, nennt Herr H. »einen jungen jüdischen Fanatiker." Wer diesen bescheidenen, liebevollen, vom Lebensernst zum Weisen gereiften Mann gekannt, wer seine Schriften aus den letzten Jahren, wahre Perlen der schwedischen Literatur, gelesen, wird es geradezu für unmöglich halten, daß ein Kulturmensch ein solches Urteil über Oscar Levertin fällen konnte. Einen solchen Mangel an Pietät, eine solche Urteilslosigkeit traue ich selbst »Upplandsposten" nicht zu. Das hier Angeführte dürfte vollauf selbst die treuesten Gesinnungsgenossen des Herrn H. überzeugt haben, daß ihr Gewährsmann von dem Begriffe Wahrheit seine eigene Auffassung hat. Ich muß aber dennoch fortfahren, den Schmutz von dem schwedischen Volke abzuwälzen, mit dem es Herr H. beworfen hat. Denn seine unwahren Darstellungen treffen ganz und gar nicht die schwedischen Juden. Würde das der Fall sein, so hätte ich wahrlich nicht die Feder ergriffen, um mich mit Herrn H. auseinanderzusetzen. Ein Schmähartikel mehr oder weniger gegen die Juden gerichtet, schadet diesen nicht. Aber daß er dem deutschen Leser weiß machen will, daß seine judenfeindliche Gesinnung ein Echo im schwedischen Volke finde, oder die Stimmung

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