Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1907-10-01 · Heft 10 (Oktober 1907) · p. 587

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 10 (Oktober 1907)
Article
Berlin
Date
1907-10-01
Page
587 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2316602-2316753-2316763-2338881--16905-2338979
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Korrespondenzen. 587 Friedrichs-Museum" durch „gewisse Elemente der Berliner Bevölkerung" anerkannt hat, beweist der Vorstoß der „Deutschen Tageszeitung" nur, wo ihre Begeisterung für Thron und Altar stets eine Grenze hat! Die Ortsgruppe Berlin des Dlutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Verbandes hat am 14. September ihr SLifLungsfest durch einen Festkommers in der Philharmonie gefeiert. Besonders interessant war die Mitwirkung der Ehrengäste, oon denen der Abg. Diedrich Hahn im Namen des Bundes der Landwirte den Vorsitzenden des Verbandes, Abg. Wilh. Schack, bejubelte. Prof. Dr. Paul Förster sprach im Namen des Deutsches Volksbundes, Herr Holtz in dem des Deutschen Antisemitenbundes, in dem des Vereins Deutscher Studenten der erste Chargierte Klemm. Außerdem sprach der Herausgeber der „Wahrheit" Wilhelm Bruhn, ferner Rechtsanwalt Ulrich für den Deutschkonservativen Wahlverein Berlin, X)r. Solger für den Alldeutschen Verband, Herr Hermann für den Deutschen Turnerbund, Graveur Kluge für die Christlich-Soziale Partei, Herr Gödke für den Märkischen Ruderverein u. a. m. Der Antisemitismus war demnach in allen Schattierungen vertreten und bezeugte dem Deutsch-nationalen Verband dadurch, daß dieser für ihn so viel getan, daß ihm kaum noch etwas Zu tun übrig bleibe. Am 2. September hat in Berlin abermals eine Pückler- Bersammlung stattgefunden; dieselbe wurde iw „Luisenstädtischeu Konzerthause" abgehalten. Der „Schriftsteller" Friedrich Weißenborn sprach über das Thema „Polizei- Präsidium, Judentum und Graf Pückler" und beantragte dabei eine Protesterklärung gegen das Redeverbot für den Grafen Pückler. Wie die „Staatsbürger-Zeitung" berichtet, erhob sich während der Diskussion der Graf und erklärte: „Meine Damen und Herren! Der Polizei-Präsident von Berlin will mir das Reden verbieten, der Präsident hat mir den Dr.. zu verbieten." In diesem Augenblick erhob sich der überwachende Polizei-tzauptmann, ergriff den Grafen am Arm und erAärte, er werde ihn abführen lassen, wenn er weiter rede. Erregt erwiderte der Graf: „Ich lasse mir das nicht gefallen, den Polizei- Präsidenten soll der Deubel holen!" Schließlich beruhigte er sich aber wieder, und nun nahm der Referent Weißenborn das Wort, um die Anwesenden zum Verprügeln aller Juden

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.