Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1907)
- Article
- Berlin
- Date
- 1907-10-01
- Page
- 586 (sequence 4)
- Language
- German
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586 Im deutschen Reich. wilden" Arier mit den durch Südeuropa vermittelten orientalischen Kultureinflüssen in Berührung traten und nun selbst ein bißchen von dem Licht, das von Osten kam, abgekriegt hatten. Auf der Museumsinsel sollen weitere Abteilungen für ein erweitertes ägyptisches und ein neues vorderasiatisches Museum Platz haben. Die alte Kunst der Araber, der Chinesen und weiß Gott welcher Völker soll noch wehr gesammelt und gepflegt werden. Denjenigen Elementen der Berliner Bevölkerung, welche bisher an der Ausmachung und Füllung des Kaiser Friedrich-Museums hauptsächlich beteiligt waren, mag ja die orientalische Kunst und Kulturentwicklung als der wichtigere Teil, ja als die allein in Betracht zu ziehende Kunstgeschichte Vorkommen; es soll ihnen auch unbenommen sein, wenn sie im unverlöschlichen Stawmesbewußtsein Zur Pflege dieser ihr Volkstum zunächst angehenden Abteilungen mit ihren Geldern beitragen. Dem deutschen Volke muß aber zum Bewußtsein gebracht werden, daß es sich bei dem Allerlei aus allen Weltecken doch um Dinge handelt, denen aus Grund eines versteinerten wissenschaftlichen Irrtums, der im Mittelalter entstanden, iw 18. Jahrhundert sestgelegt worden ist, die öffentliche Aufmerksamkeit und staatlichen Gelder unseres germanischen Staates weit über Gebühr zugekommen sind; daß es die Pflicht unseres Volkes gegenüber unserer Kultur und unseren Vorfahren ist, nun endlich auch den Zeugnissen unserer eigenen Stammesentwickelung den Platz und die Wichtigkeit einzuräumen, die ihnen seit Jahrzehnten von den eigenen Enkeln und Erben zu Unrecht vorenthalten worden ist. Darum erscheint es wohl geboten, die breite Oeffentlichkeit auf die Verkehrtheit und Gefährlichkeit der Bodeschen Pläne, die wissenschaftlich rückständig im schlimmsten Sinne sind, a rfmerksam zu machen." — Mit anderen Worten heißt das, die Chamberlainsche Afterweisheit nicht nur gegen die Delitzschen Babel-Forschungen, sondern auch gegen das „Neue Testament" ausspielen, das von dem Grundsatz: „Ex Oriente lux!“ unzertrennlich ist. Da in dem Artikel der „Deutschen Tageszeitung" ausdrücklich mitgeteilt wird, daß „Bode dem Kaiser Vortrag über seine Pläne gehalten hat, Messel in Wilhelmshöhe gleichzeitig die Baupläne vorlegen durfte", da außerdem der „Deutschen Tageszeitung" bekannt ist, wie sehr der Monarch die „Aufmachung und Füllung des Kaiser