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Im deutschen Reich · 1907-09-01 · Heft 9 (September 1907) · p. 509

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 9 (September 1907)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1907-09-01
Page
509 (sequence 15)
Language
German
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- GerichtsadvokaL in Wien, innerhalb zweier Jahre solche Angaben machen oder Beweismittel beibringen, die Zur Entdeckung der Täter oder Zur Erweisung der Unschuld Leopold Hilsners und somit zur Wiederaufnahme des Strafprozesses führen, eine Prämie non 20 000 Kronen Zu. Dieser Betrag'ist bei dem Notar Dr. jur. Johann Janotka in Polna deponiert. Für die Rechtspflege in Rußland ist die Verwirrung der politischen Verhältnisse von größtem Nachteil. Es steht zu erwarten, daß ebenso wie der an dem Professor Herzenstein verübte Meuchelmord auch die Ermordung des früheren Dumaabgeordneten Dr. Jollos ungesühnt bleiben wird. Darin, daß der angebliche Anstifter der schändlichen Tat- Alexander Kasanzew, ein bekanntes Mitglied des „Verbandes der echt russischen Leute", im Walde von Ochta bei Petersburg von Sozialrevolutionären erschossen wurde, wie die „Russische Korrespondenz" berichtete, kann man doch keine gesetzliche Sühne des Verbrechens erkennen. Das genannte Organ beschuldigt übrigens den Chef der Kanzlei des Moskauer Generalgouverneurs, den Grafen Buchshevden, durch Kasanzew mit dem Arbeiter Feodorov, der Jollos erschoß, verhandelt Zu haben. Alle derartige Angaben bleiben aber von den russischen Justizbehörden unbeachtet, welche die Freveltaten des von dem Zaren selbst hochgeschätzten „Verbandes der echt russischen Leute" nur als verzeihliche Auswüchse eines hochgesteigerten Patriotismus anzusehen scheinen. Auch die Verwaltung versagt den Judenfeinden gegenüber vollständig, so daß vielgelesene russische Blätter unbehindert die schamloseste Judenhetze treiben und die in dem russischen Landheer und in der Marine vorkomwenden meuterischen Versuche ohne allen Grund aus jüdischen Einfluß zurücksühren dürfen. Solche böswilligen Aufreizungen haben'mehrfach, in den letzten Monaten in Odessa und in den letzten Wochen wieder in dem polnischen Orte Skonitz gefährliche Ausschreitungen gegen die Juden herbeigesührt, ohne daß diesen genügender behördlicher Schutz zuteil wurde. Ein auch in russischen Blättern abgedruckter Bericht der in rumänischer Sprache erscheinenden „Cronica Jsraelita" über die von dem Kommandierenden des 8. Infanterie-Regiments

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