Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 9 (September 1907)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1907-09-01
- Page
- 505 (sequence 11)
- Language
- German
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Umschau. 505 typisch sei. Vor den Schiedsrichter gefordert, konnte der Redakteur nicht umhin Zu erklären, daß die ganze Behauptung auf purem Schwindel beruhe, und daß er mit Bedauern seine Vorwürfe gegen Herrn Heymann als völlig unbegründet Zurücknehme. In dem Bericht der „Neißer Zeitung" heißt es dann weiter: „Er fügte jedoch die Bemerkung an, daß die „Ob. Ztg." nun erst recht mit aller Energie gegen die moralische Korruption, die von gewisser Seite durch bekannte Firmen in Beuthen eingerissen sei, zu Felde Ziehen werde, „damit solche Fälle wie der vorliegende in Zukunft vermieden werden." Man kann es der dem Judentum nahestehenden Presse nicht verübeln, wenn sie die Kampfesweise der ^Ob.- Ztg." gebührend niedriger hängt. Will die „Ob. Ztg." Schäden aufdecken, dann muß sie, das ist ihre erste Pflicht, sich streng an die Wahrheit halten, und in Zweiter Linie nicht vergessen, daß es iw eigenen Stall übergenug räudige Schafe gibt. Die Position der Zentrumspresse ist ohnehin eine so schwierige, daß man, ganz abgesehen von den Pflichten, die einer auf Achtung Anspruch erhebenden Zeitung obliegen, alles vermeiden sollte, was geeignet ist, sie in der Oeffentlichkeit in Mißkredit Zu bringen." — Was dabei wohltuend berührt, ist das Bemühen, den Juden Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, die wir weit höher schätzen als die bloße Duldung. Nicht dieser gilt unser Kampf; wir sind nicht mehr Schutzjuden, sondern deutsche Staatsbürger, erfüllen als solche opferwillig alle Pflichten, beanspruchen aber dafür ungeschmälerte Rechte. Daß uns diese nicht vorenthalten, nicht auf dem Wege der Verwaltung verkürzt werden, entspricht dem wohlverstandenen nationalen Interesse, legt aber auch allen, die es mit der nationalen Einheit ernst meinen, die Pflicht auf, uns in diesem Kampfe ums Recht Zu unterstützen. Die Regierung des Staates, der eine weit größere Anzahl verschiedener Nationalitäten, als das Deutsche Reich, umfaßt, Nationalitäten, die durch Sprache, Sitten und Religionsbekenntnis sich untereinander sehr unterscheiden, die österreichische Regierung, hätte vor allem Grund gehabt, entsprechend der eingangs erwähnten programmatischen Erklärung des Ministerpräsidenten, der antisemitischen Bewegung Einhalt Zu tun, die überall