Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1907)
- Article
- Innere Mission
- Date
- 1907-07-01
- Page
- 408 (sequence 9)
- Language
- German
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468 Im deuts«yen Reich die statistisch nachgewiesene auffallend niedrige Zahl der Mischen Eheschließungen und Geburten. Es hieße Eulen nach Athen tragen, wollte man die von keinem Unbefangenen angezweifelre Tatsache erörtern, daß die Eltern ihren Kindern nur zu emenssScheinglück verhelfen, wenn sie ihr Schicksal dadurch zu verbessern glauben, daß sie diese ihrem angestammten Glauben und ihrer Familie vollständig entfremden, um ihnen dafür die Möglichkeit zu gewähren, im öffentlichen Leben eine glanzvollere Rolle zu spielen, als es bei den jetzigen Verhältnissen einem glaubenstreuen Juden möglich ist. Selbst wenn ihnen Amt und Würden erreichbar werden, die auch sehr befähigten Juden zumeist versagt werden, weil der Staat auf die Taufe eine Prämie setzt, bleiben sie in den Augen ihrer christlichen Umgebung „Juden", ohne sich, wie ihre dem angestammten Glauben treugebliebenen Verwandten, dieses Namens rühmen zu dürfen. Sie führen ein Zwitterdasein und fühlen sich in den neuen Verhältnissen lebenstag so fremd, daß sie sich gewöhnlich den Lebensgefährten oder die Lebensgefährtin wieder unter den getauften Juden oder den Judensprößlingen suchen, weil sie doch da an ihren Ursprung erinnert werden, ohne daß sie dabei eine beleidigende Absicht zu argwöhnen brauchen. Wer Sinn für einfache Verhältnisse hat, der kann und wird im jüdischen Familienkreise und in den den Juden zugänglichen Berufskreisen für die Zukunft und das wahre Glück seiner Kinder besser sorgen, als wenn ihm dabei nur das Porteepee des Reserveoffiziere- oder eine Staats- oder Hosunisorm als höchstes Ziel vor Augen schwebt. Das Glück im jüdischen Familienkreise, das unseren Ahnen über die schwersten Prüfungen hinweggeholfen und wesentlich zu dem vieltausendjährigen Fortbestehen des Judentums oeigerragen hat, wird aber in neuerer Zeit durch die überall um sich greifende Sucht, zu glänzen, mehr zu scheinen als men in und besitzt, so ernstlich bedroht, daß die „innere Mission" auch dazu gebraucht werden muß, dieses festeste Bollwerk gegen den Antisemitismus zu schützen. Noch kann man es glücklicherweise bei uns Juden als Ausnahme betrachten, wenn der Lurus der Lebensführung und die beständige Jagd nach flüchtigen Genüssen und sensationellen Eindrücken jung und alt n'.chr ui rechter Gemütsruhe und reinem Familienglück kommen läni und nur das bringt, was allein dem Leben in Wahrheit