Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1907)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1907-06-01
- Page
- 360 (sequence 7)
- Language
- German
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360 Im deutsqen Reich Herren .der gleichen Abkunft" der erbliche Adel verliehen wurde, geeignet sei, in .nationalen" Kreisen gewisse Bedenken wach zu rufen, zumal .gute politische" Kreise schon durch die Verleihung des Schwarzen Adlerordens an den Fürsten von Monaco wenig angenehm berührt worden seien. Weit deutlicher drücken sich die .Deutsch-Sozialen Blätter" des Herrn Liebermann von Sonnenberg aus, die davon überzeugt zu sein scheinen, daß ein .Liebermann" schon beim ersten Kreuzzug zum Ritter geschlagen wurde, und dieser Name später aus ganz unbegreifliche Weise sich in vielen jüdischen Kreisen eingebürgert habe. Der jetzige .Zuwachs des deutschen Adels" veranlaßt das Blatt des .Schloßherrn von Bielscastruga" zu folgendem Zornesausbruch: .Der deutsche Adel steht leider solchen exzentrischen Erscheinungen machtlos gegenüber und muß seinen Grimm still hinunterschlucken, aber es fragt sich doch, ob er nicht zu einem Schutzverband zusammentreten muß, der sich auf irgend eine Weise unerwünschte und ungeeignete Elemente fern hallen kann." Weit vernünftiger äußert sich die .Jenaische Zeitung", indem sie sagt: .Bürgerlichen Kreisen, vor allem solchen, denen der schlichte bürgerliche Name genügt, kann es vollkommen gleichgültig sein, aus welchen Elementen sich die Adelsgesellschaft zusammensetzt. Wenn aber jemand in der Adelsoerleihung eine Auszeichnung erblickt und bereit ist, dafür Opfer zu bringen, warum sollte man ihm das harmlose Vergnügen nicht gönnen? Die Hauptsache bleibt doch, daß der Auszeichnung ein wirkliches Verdienst zu gründe llegt. Durch die Standeserhöhung so manches jüdischen Staatsbürgers, der in Bezug auf seinen Geldbeutel nicht so engherzig denkt wie ein großer Teil des vermögenden Adels, ist der Allgemeinheit gewiß mehr genützt worden als durch die Verleihung von Fürstentiteln an die Häupter alter Adelsfamilien, wie sie bei besonderen Anlässen vor sich zu gehen pflegt." Daß in maßgebenden Kreisen auf die antisemitischen .Imponderabilien" kein besonderes Gewicht gelegt wird, zeugt insbesondere die Ernennung eines Sohnes des in den Freihernstand versetzten Frank surter Generalkonsuls zum Attache bei der deutschen Gesandtschaft in London. Auf die Frage der Gleichberechtigung der Juden haben derartige Gnadenbeweise leider nur geringen Einfluß; sie sind begüterten jüdischen Familien in