Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1907)
- Article
- Die Zurücksetzung der jüdischen Lehrkräfte in Breslau
- Date
- 1907-06-01
- Page
- 351 (sequence 15)
- Language
- German
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Die Zurücksetzung der jüdischen Lehrkräfte in Breslau. 351 schlimmeren Nachteil ansehen, wenn sie eine jüdische konfessionelle Schule bekämen. Ich habe niemals eine andere Meinung gehört. Ich habe gesagt, solange wir in konfessionellen Schulen sind und nicht die Möglichkeit haben, aus diesem Zustande herauszukommen, solange kann ich Ihnen nicht helfen. Wenn mir nun Herr Just-zrat Ollendorf einen Vorwurf daraus wacht, daß ich durch diese Wand nicht durchbohren kann, so mag er das tun, das werde ich hinnehmen. Wenn er aber wieder auf Berlin hinweist und sagt, nach seiner Meinung sind das konfessionelle Schulen, so weiß ich, daß das jetzt die Anschauung der Regierung ist, daß aber der Punkt in Berlin strittig ist. Wir haben keinen jüdischen Religionsunterricht, wie in Berlin; die jüdische Gemeinde hat ihn erteilen lassen ... Ich würde es vollkommen b egreiflich finden, wenn Herr Justizrat Ollendorf von diesem Gesichtspunkt aus die Synagogengemeinde gefragt hätte: wie stellen wir uns zu der Einführung des neuen Volksschulgesetzes und wie wahren wir unsere Interessen? Ich habe mich bei der Beratung des Volksschulunterhaltungsgesetzes im Herrenhause auch an den Verhandlungen in der Kommission rege beteiligt und mich auch mit Vertretern der jüdischen Konfession besprochen; ich habe gefunden, daß die Herren diametral verschiedene Ansichten haben; was die einen für gut befinden, halten die andern für schlecht! Ich weiß nicht, ob ich noch weiter das ausführen soll; ob die Bestimmungen über die jüdische Religion, wie sie heut in dem Volksschulgesetze sind, zweckmäßig sino oder nicht, darüber waren die Gruppen der Juden vollständig verschiedener Ansicht. Die Petitionen, die von der einen Seite kamen, wurden von der anderen Seite mit authentischen Beweisen widerlegt und gesagt, „wir wünschen etwas anderes!" Die kleinen Gemeinden wünschen, daß der Schächter den Religionsunterricht erteile; das wünschen die großen nicht. Ich gehe nicht weiter darauf ein und sage nur, so lange uns von dort nicht klar gesagt wird, wie die Wünsche liegen, so lange uns solche Emotionen entgegengebracht werden, die uns aufsordern, gegen den Stachel zu löken, sage ich, das tue ich nicht! Ich würde es Lun, wenn wir in der Lage wären, einen Druck auszuüben, wenn wir sagen wollten, „wir wollen ein Gymnasium gründen oder auch nicht, wir machen die Gründung von diesem Gesichtspunkt abhängig!" Ich bin m bezug auf die höheren Schulen Anhänger des simultanen Prinzips, weiß aber auch, daß gute Sachverständige auf der anderen Serie