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Im deutschen Reich · 1907-06-01 · Heft 6 (Juni 1907) · p. 350

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 6 (Juni 1907)
Article
Die Zurücksetzung der jüdischen Lehrkräfte in Breslau
Date
1907-06-01
Page
350 (sequence 14)
Language
German
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350 Im deutschen Reich. werden, daß jüdische Schulen gegründet werden, so möchte ich erwidern: Erstens können jüdische Schulen nur gegründet werden auf Antrag der Synagogen-Gemeinde und unter Mitwirkung der gesetzlichen Vertreter der Kinder. Wenn also von jüdischer Seite der Antrag nicht gestellt wird, so ist es schon formell unmöglich, solche Schulen zu gründen. Zweitens sprechen erhebliche schultechnifche Gründe dagegen. Die Zahl der in Frage kommenden Kinder würde kaum ein einziges Schulsystem ausfüllen, und mitRücksichtdarauf,daß sich diese Kinderüberdie ganze Stadt verteilen, wäre es unmöglich, eine vollständige Schule zu begründen, und es würden unverhältnismäßige Kosten für die Stadt entstehen. Vor allen Dingen aber stehen wir auf dem Standpunkte, daß von jüdischer Seite niemals ein Antrag gestellt werden wird, der geeignet wäre, die konfessionellen Schranken noch zu erweitern. Wir geben uns der Hoffnung hin, doß künftige Unterrichts- und Schulverwaltungen in Breslau bemüht sein werden, Gerechtigkeit gegenüber allen Bekenntniffen zu üben, daß wir es für eine der Schulverwaltung von Breslau würdige Aufgab halten, darauf hinzuwirken, daß in weiterem Umfange als bishe. paritätische Schulen gegründet werdln. Was vor 35 Jahren für energische Männer möglich war, kann einer erleuchteten Auffassung, die mit Energie an die Sache herantritt, auch in Zu kunft nicht versagt sein. Man darf aber von vornherein nicht sagen, „es geht nichts Denn dann geht es nicht. Es wird aber gehen, wenn Sie nur einen Teil der Ausführungen, die ich gemacht habe, für begründet halten und danach in Zukunft die Behandlung dieser Frage regeln wollen. Oberbürgermeister Dr. Bender erwiderte: Wenn die Sache damit gemacht werden könnte, daß man sie mit Pathos und allgemeinen Wendungen behandelt, würde das Eindruck auf mich und auf die Aufsichtsbehörde machen. Wir stehen aber in Verhältnissen, die außerordentlich hart mit Tatsachen an ans herantreten. Wenn der Herr Justizrat indirekt den Vorwurf erhebt, daß wir in dieser Beziehung so gröblich uns-re Pflicht versäumen, so bedauere ich, daß er dieselbe jüdische Pflicht nicht viel früher schon erfüllt und Anträge gestellt hat. Ich habe wiederholt über diesen Punkt mit jüdischen Herren gesprochen und gefunden, daß die Herren die Nichtanstellung jüdischer Lehrer mit Recht als einen Nachteil betrachten, aber gesagt haben, sie würden es als einen viel

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