Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1907)
- Article
- Die Zurücksetzung der jüdischen Lehrkräfte in Breslau
- Date
- 1907-06-01
- Page
- 348 (sequence 12)
- Language
- German
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Im deutschen Reich. 848 ein dringendes Bedürfnis besteht nicht, aber wir sind entschlossen, ein Simultan-Gymnasium zu gründen; wird das nicht genehmigt, dann gründen wir gar nicht!" Das ist beim Johannes-Gymnasium so gewesen, und der Staat hat dann gesagt: dann wollen wir es genehmigen! Dieser Versuch wäre möglich; wenn Sie aber glauben, mit dem Vorgehen bei den bestehenden Schulen großen Erfolg zu erreichen, so ist das ein Glaube, den ich nicht teilen kann. Deshalb gehen wir nicht an die Sache heran, wie Herr Justizrat Ollendorff uns das vorwurfsvoll, zur Pflicht machen möchte. Ich glaube, wenn Sie den Versuch machen würden, so würde das nicht Zur Folge haben, daß wir jüdische Lehrer anstellen können, wie Sie wünschen, sondern daß wir eine der Schulen zur jüdisch-konfessionellen Schule entwickeln wüßten, und ob Ihnen das gefallen würde, weiß ich nicht. (Zwischenrufe: Können wir nicht! Geht ja gar nicht.) Ich möchte Sie bitten, sich an die konkreten Verhältnisse und nicht an Ihre Wünsche zu halten! Sie können an das Magdalenen-Gymnasium keinen katholischen und an das Matthias-Gymnasium keinen evangelischen Lehrer bringen; wenn einer einmal vorübergehend als Hilfslehrer beschäftigt wird, daun muß er wieder hinweg Wir mögen das beklagen, trotzdem ist es Recht und mau kann es uicht ändern. Wir müssen uns bei der Verwaltung den be stehenden Gesetzen fügen, und die Herren werden es uns nich zum Vorwurf machen können, wenn wir nicht gegen den Stachel löken. Wenn Sie das hier Vorbringen, dann hat das nur den Erfolg, daß man sich ren Stachel tiefer ins Fleisch treibt; ob Ihnen das gefällt, weiß ich nicht, ich spreche aber von den Tatsachen und nicht Wünschen! Stadtverordneter Ollendorff: Die Antwort des Herrn Geheimrat Dr. Pfundtner hat mich nicht vollständig befriedigt. Ich zweifle nicht daran, daß Herr Geheimrat vr. Pfundtner persönlich das größte Wohlwollen für eine paritätische Behandlung hat. Ich zweifle auch nicht daran, daß er eintretenden Falls für die Anstellung einer jüdischen Lehrkraft eintreten wird. Aber diejenige Auffassung, die Herr Geheimrat Dr. Pfundtner hier ausgesprochen hat, und die Auffassung, die Herr Oberbürgermeister Bender trotz des Bedauerns über den seiner Meinung nach vorhandenen Rechtsstandpunkt ausgesprochen hat, ergeben ja, daß die beiden Herren auf dem Standpunkte stehen: „bei konfessionellen Schulen ist es