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Im deutschen Reich · 1907-06-01 · Heft 6 (Juni 1907) · p. 343

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
13 (1907)
Issue
Heft 6 (Juni 1907)
Article
Die Zurücksetzung der jüdischen Lehrkräfte in Breslau
Date
1907-06-01
Page
343 (sequence 7)
Language
German
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Me Zurücksetzung der jüdischen Lehrkräfte in Breslau. 348 haben, ein gesetzmäßiger Zustand, oder beruhen sie nur aus einer Mimsterialentscheidung, die eine gewisse Gesetzeskraft hat, aber ganz verschieden lautet nach den Personen im Kultusministerium un) nach dem Geiste im Kultusministerium? Ich erinnere daran, daß diese Bestimmung ganz anders war zur Zeit der Kultusminister Falk und Goßler und ganz anders unter Puttkamer und Bosse. Die Ministerien haben sich in Bezug auf diese Bestimmungen widersprochen und dieselben zum Teil direkt ausgehoben. Herr Geheimrat Dr. Pfundtner befindet sich in einem Irrtum gegenüber dem Herrn Kollegen Ollendorff, der schon bei den höheren Mädchenschulen darüber sprechen wollte. Da wurde ihm hie) gesagt, er möchte abwarten, bis Herr Geheimrat Dy. Hfundtner ha wäre, denn das beziehe sich nicht bloß auf die Volksschulen, sondern auch auf die höheren Schulen. Eigentliche konfessionelle Schulen sind nur die Stiftungsschulen, Schulen, die gegründet worden sind, damit Schüler einer Konfession Unterkommen; deren gibt es in Berlin 10. In diese konfessionellen Schulen dürfen keine anderen Schüler ausgenommen und keine anderen Lehrer angestellt werden, als es den Stiftungsbestimmungen bezüglich der Konfession entspricht. Sonst gibt es im ganzen Landesgesetz Preußens und in der Reichsverfassung keine Bestimmung darüber, daß es konfessionelle Schulen gibt. Nun sagen die Minister, der Charakter einer Schule richtet sich nach der Konfession der Mehrzahl der Schüler. Das hat der Kultusminister Bosse gesagt, als in einer Provinzialstadt Brandenburgs eine höhere Realschule gegründet wurde und für diese ein evangelischer Oberlehrer gesucht wurde. Als man sich darüber beschwerte, meinte der Kultusminister Bosse, es sind so viele evangelische Schüler und so wenige katholische und jüdische Schüler vorhanden, daß die Schule eine konfessionell evangelische Schule ist und daß wir bloß evangelische Lehrer anstellen werden. Was würde nun der Kultusminister Bosse gesagt haben, wenn wir auf unsere Augustaschule Hinweisen, wo fast mehr jüdische Schüler vorhanden sind, als evangelische? Dann muß das mindestens eine paritätische Schule sein und müssen mindestens katholische, evangelische und jüdische Lehrkräfte angestellt werden Wir haben in Breslau katholische und evangelische Volksschulen mit katholischen und evangelischen Lehrkräften; da scheint die Sache so einfach und klar zu sein; warum ist das nicht überall so? In Berlin hat man Volksschulen, die sind nicht so, und

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