Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 13 (1907)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1907)
- Article
- Die Zurücksetzung der jüdischen Lehrkräfte in Breslau
- Date
- 1907-06-01
- Page
- 340 (sequence 4)
- Language
- German
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340 Zm deutschen Reich. auf diesem Standpunkte! Bei dieser Sachlage kann die hiesige Gemeinde etwas Lun, um den gegenwärtigen Zustand, der weder der Gerechtigkeit, noch der Billigkeit entspricht, zu beseitigen. Es müffen entsprechende Anträge gestellt und begründet werden; man wird auf Berlin und andere Städte Hinweisen müssen, und die Aufsichtsbehörde wird ihre Zustimmung nicht versagen zu einer beschränkten Beschäftigung jüdischer Lehrkräfte. An öffentlichen Schulen und Volksschulen, an denen eine größere Anzahl jüdischer Schüler ist, wird der Religionsunterricht einer solchen Lehrkraft übertragen werden, die alsdann auch mit anderen Unterrichtsstunden betraut werden kann. Ministerialdirektor Dr. Schwarzkopff hat erst vor einigen Tagen in einer Tebatt über Schulangelegenheiten gesagt: wenn jüdische Lehrkräfte auch nur zwei Stunden Religionsunterricht erteilen, so ist die Grundlage gewonnen, sie auch in anderen Unterrichtsfächern zu beschäftigen und ich glaube auch, daß sie nicht nur vertretungsweise, sondern auch definitiv angestellt werden können mit voller Gleichberechtigung mit jeder Lehrkraft eines anderen Bekenntnisses. Es ist hervorgehoben worden, daß in Berlin die Vertretung durch jüdische Lehrpersonen in großem Umfange geschieht. In Breslau kommt dies nur in äußerst seltenen Fällen vor, weshalb eine Aenderung dieser Zustände wünschenswert ist; denn es sind hinreichend geeignete Kräfte vorhanden. Bei dieser Sachlage möchte ich wir die Anfrage an die Schulverwaltung erlauben, ob ihr dieser Zustand bekannt ist, ob die Gründe, die dafür gesprochen haben, ihr ebenfalls bekannt sind, und ob sie gewillt ist, in Zukunft eine Aenderung eintreten zu lassen, und welche Maßregeln zu dieser Aenderung ergriffen Werden sollen! Herr Geheimrat Dr. Pfundtner ist vor einiger Zeit zum Reichstagsabgeordneten in Breslau gewählt worden. Einer der Gründe, die seinerzeit öffentlich und mit Recht für ihn angeführt wurden, war der, daß er stets den verschiedenen Bekenntnissen gegenüber eine paritätische Tätigkeit entfaltet hat. Ich glaube, daß auch eine kleine Minorität von ihm erwarten darf, daß er alles tun wird, was nötig ist, um einen befriedigenden und der Gerechtigkeit entsprechenden Zustand herbeizusühren. Stadtschulrat Geh. Regierungsrat Dr. Pfundtner erwiderte darauf: Ich hatte eigentlich geglaubt, es würde sich hier um die Volksschulen handeln, aber der Herr Interpellant